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Seniorenweihnacht : Gemeinsam über alte Zeiten lachen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Senioren aus Groß Lantow und Striesdorf genießen das Beisammensein kurz vor Weihnachten

svz.de von
erstellt am 17.Dez.2015 | 14:08 Uhr

Weihnachtliches Gebäck, Mandarinen, Kerzen und ein kleines Geschenk für jeden stehen auf den Tischen. Senioren aus Groß Lantow und Striesdorf trafen sich im Feuerwehrhaus Groß Lantow zur Weihnachtsfeier. „Hier kennt jeder jeden und es ist Gelegenheit, Erinnerungen aufzufrischen und Aktuelles zu diskutieren“, meint Marianne Ebert (80) aus Groß Lantow. Bis zum Abend riss der Gesprächsfaden kaum ab.

Ingeborg Schulz (85) wohnt am Rande des Dorfes und ist nicht mehr so gut zu Fuß, aber die Weihnachtsfeier lässt sie sich deshalb nicht entgehen. Es sei ein nettes Miteinander, erzählt die 85-Jährige, die 1945 in die Gemeinde gekommen war. Es sei ihr zweites Zuhause und sicher könne sie schon mal über ein betreutes Wohnen in der Stadt nachdenken. „Aber so lange es geht, bleibe ich in Groß Lantow“, betont sie. An den Fluglärm habe sie sich gewöhnt, mehr noch, gern schaut sie zu, wie die Maschinen starten und landen. „Und es ist schön, dass bei so einer Feier auch an ehemalige Lantower gedacht wird“, sagt Ingeborg Schulz. Neben ihr sitzt Ursula Kobert (78), die seit rund zwei Jahren in Laage wohnt, aber sehr gern zur Weihnachtsfeier wieder in ihr Dorf kommt. Bürgermeister Eckhard Borrmann hat sie abgeholt und bringt sie auch wieder nach Hause, erzählt die 78-Jährige und fügt hinzu: „Es ist doch meine alte Heimat.“

Christa Geißler (79), die sich bei der Organisation einbringt, möchte kein Aufhebens um so einer Feier machen. „Bei uns ist eigentlich nichts mehr los“, meint sie und kommt auf den Landfrauenverein zu sprechen. Mit bis zu 27 Mitgliedern habe es ihn von 1994 bis 2011 gegeben. Viele seien verstorben oder weggezogen. So gebe es den „großen Verein“ nicht mehr. Nur eine kleine Gruppe von acht Frauen – alle über 70 – treffe sich noch regelmäßig alle zwei Wochen im Groß Lantower Feuerwehrhaus zu Handarbeiten. „Wir sind drei bis vier Stunden zusammen und es tut uns allen gut“, sagt Christa Geißler. Ansonsten gebe es neben der Seniorenweihnachtsfeier nur noch ein Fest zu Halloween, das die Feuerwehrleute organisieren. Die Frauen würden nur den Kuchen dafür beisteuern. „Es ist wichtig, die Menschen zusammenzubringen“, betont die 79-Jährige und bedauert, dass man unter sich bleibt. „Unsere Generation schafft es nicht Jüngere mit heranzuziehen. Warum das so ist, weiß ich nicht“, bedauert Christa Geißler und fragt sich, warum auch die Jüngeren – auch schon über 50 – nicht den Weg zu den Älteren finden. Sie selbst habe schon darüber nachgedacht die Organisation anderen zu überlassen, dann aber für sich festgestellt, dass sie es nun mal nicht sein lassen kann. „Ich möchte, dass die Frauen in der losen Gruppe und alle Leute es schön haben“, versucht sie eine Erklärung. Soziale Kontakte, die man bei so einer Weihnachtsfeier pflegen kann, seien so wichtig, meint die Groß Lantowerin. 

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