„Ehrensache“ : Gemeinsam etwas Tolles geschafft

Antje und Christoph Erle aus Güstrow im „Oster-Sinnen-Garten“
Antje und Christoph Erle aus Güstrow im „Oster-Sinnen-Garten“

SVZ-Serie „Ehrensache“: Antje und Christoph Erle aus Güstrow gehören zu 70 Ehrenamtlichen die am Ostergarten mitwirkten

svz.de von
04. April 2015, 06:00 Uhr

In den vergangenen Wochen haben Antje (45) und ihr Ehemann Christoph (46) Erle aus Güstrow häufig den Weg zum Domgemeindehaus in Güstrow gesucht. Sie engagierten sich beide mit im ersten „Oster-Sinnen-Garten“, in den noch über die Osterfeiertage ins Domgemeindehaus eingeladen wird (SVZ berichtete). Insgesamt waren es 70 ehrenamtliche Helfer, die hier mit angepackt, gebaut, gedacht und gepflanzt haben, um vielen Menschen zu ermöglichen, die Ursprungsgeschichte von Ostern zu hören, zu sehen und nachzuempfinden. „Es ist faszinierend, was in der Summe aller Fähigkeiten der Leute hier entstanden ist“, freuen sich beide.

Der selbstständige Tischler Christoph Erle hat in seinem Metier mit angefasst. „Einige Holzrahmen habe ich an meinen Maschinen fertigen können“, sagt er. Schließlich wurden Gestelle benötigt, die Stoffe halten oder auch für das große Kreuz hatte er die besten Möglichkeiten in seiner Werkstatt. Seine Frau Antje half mit, wo sie gebraucht wurde. „Zwei Tage war ich dabei, um zu kleben, Hocker zu bauen oder etwas von A nach B zu tragen“, erzählt sie.

Die beiden Güstrower sind Mitglied der Domgemeinde und waren auch schon beim Frühjahrsputz dabei. Von der Idee des Ostergartens waren sie fasziniert. „Es ist eine total gute Idee, eine Tradition, die wir alle begehen, nachvollziehbar zu machen“, sagt Antje Erle, die Lehrerin in der Gehörlosenschule ist.

Beide sind in ihrer Arbeit eingespannt und haben manchmal wenig Freizeit, um sich ehrenamtlich zu engagieren. Doch von der Aktion waren sie überzeugt. „Es war eine gute Möglichkeit sich einzubringen, weil es auf dieses Projekt bezogen und zeitlich begrenzt war“, sagt Christoph Erle.

Geboren in Crivitz bei Schwerin wohnt Antje Erle seit 1999 mit ihrem Mann in Güstrow. Zuvor hatte sie in Berlin Hörgeschädigtenpädagogik studiert. Christoph Erle wurde in Unna geboren und ist seiner Frau nach Güstrow gefolgt, weil sie hier an der Schule für Gehörlose arbeiten wollte. Inzwischen gehören zwei Kinder zur Familie, Miriam und Henning.

Das Ehepaar ist überzeugt, dass ohne das Ehrenamt solche Projekte wie der „Oster-Sinnen-Garten“ nicht funktionieren. „Es steht und fällt überall mit Leuten, die was machen“, so Christoph Erle. Das gilt ebenso für den Tanzverein, in dem sie Mitglied sind oder auch für das sinfonische Blasorchester, in dem Antje Erle mitspielt. Und beide sind sich einig, dass nicht alles mit Geld aufzuwiegen ist. „Solche Aktionen machen einfach Spaß und bringen Kontakt zu anderen Leuten“, sagen sie.

Hunderte von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen haben den Ostergarten bereits besucht und die Ostergeschichte hören können. Noch bis zum Ostermontag, dem 6. April, ist dies täglich von 10 bis 19 Uhr möglich. Führungen jeweils zur vollen Stunde. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen