Kirche : Gemeinsam den Nebel lichten

 

 

Die evangelischen Gemeinden Güstrows laden alle Neugierigen zur „Nebelleuchte“ auf dem Domplatz ein

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27. August 2015, 06:00 Uhr

„Denkstation für Neugierige“ heißt es auf dem Flyer zum Gottesdienst-Projekt „Nebelleuchte“, einer Idee der Pfarrgemeinde und der Domgemeinde in Güstrow. Die Veranstaltung wird am 27. September, 16 Uhr, zum dritten Mal im Gemeindesaal der Domgemeinde, Domplatz 6 , angeboten. Thema des Gottesdienstes: „Das 11. Gebot: Lass dich nicht erwischen“. Dabei geht es nicht um ein Gebot Gottes, sondern um eine gesellschaftliche Tendenz, wie der Kirchenälteste der Domgemeinde Matthias Fischer erklärt. Heute hätten viele Menschen die Einstellung, man könnte eigentlich alles machen, solange man sich nicht erwischen lässt, also zum Beispiel rasen auf der Straße oder Steuern hinterziehen. Bei der kommenden „Nebelleuchte“ solle es um die Auswirkungen gehen, die solche Haltungen für unser Grundvertrauen haben. Dabei werden auch Fragen rund ums Thema Ehrlichkeit gestellt: Sollte man immer ehrlich sein? Wie sieht es eigentlich mit Notlügen aus?

Um an das Thema heranzuführen wird ein kleiner Filmtrailer gezeigt. Welcher es ist, das soll eine Überraschung sein. Ansonsten gehört zu so einer Veranstaltung ein kleines Theateranspiel, ein kurzer Vortrag oder eine Fragerunde mit einem Referenten. Auch die Musik hat ihren Platz bei dem Treffen.

Die Idee einer  „Nebelleuchte“ kam den Gemeinden vor einigen Jahren und wurde erstmals 2013 verwirklicht. Damals unter dem Titel: „Spiel mir das Lied vom Geld“.

„Die Kirchgemeinderäte hatten sich gedacht: Wir können der Stadt etwas Gutes tun und auch Menschen ansprechen, die nicht in den traditionellen Gottesdienst kommen“, erzählt Matthias Fischer. Heute seien die Seh- und Hörgewohnheiten vieler Menschen andere, deshalb finde das Projekt außerhalb der Kirche und damit in einem anderen kulturellen Rahmen, nämlich im Gemeindehaus statt. Trotzdem kamen bei den vergangenen Veranstaltungen auch viele Leute, die zu den beiden Kirchengemeinden gehören. „Aber insgesamt war die Zusammensetzung des Publikums doch eine andere und auch jüngere, betont Matthias Fischer. Und die Resonanz stimmte die Gemeinde zufrieden: „Also das Echo war sehr sehr positiv. Die Reaktionen sagten uns, wir sollten unbedingt weitermachen. So ein Projekt wird gebraucht“, stellt der Kirchenälteste fest. Allerdings wäre die Öffentlichkeitsarbeit noch ausbaufähig. Das Ganze müsse sich erst rumsprechen.

Der Name „Nebelleuchte“ wurde übrigens durch den örtlichen Fluss – die Nebel – angeregt, ist aber natürlich auch im Sinne „sich lichtenden Nebels“ sehr passend, sagt der Kirchenälteste.

Nach einem etwa einstündigen Gottesdienst am 27. September wird herzlich zum Gespräch eingeladen. Kinder werden während der Veranstaltung betreut.

Marie von Berg

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