SVZ-Serie : Gemeinsam anpacken für das Dorf

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SVZ-Serie „Vereine in der Region“: Verein „Alte Schmiede“ Groß Tessin will das Leben im Dorf bereichern

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23. März 2015, 06:00 Uhr

Emsiges Treiben herrschte am Sonnabend in der alten Schmiede von Groß Tessin. Der gleichnamige Förderverein hatte zum Arbeitseinsatz gerufen und neun Mitglieder waren gekommen. „Mehr als ich gehofft hatte“, freut sich Magda Müller vom Vorstand. Auf dem Arbeitsprogramm standen das Spachteln und Streichen von Wänden, Reparaturen an der Elektrik und die Vorbereitung des Osterfeuers auf dem Gelände hinter der 1817 erbauten Gutsschmiede. Siegmar Hornke, Tischler von Beruf und seit ein paar Monaten neuer Vorsitzender des Vereins, machte sich erste Gedanken über den Ausbau des Dachbodens. „Eine mittelfristige Aufgabe“, erklärt er.


Neue Leute bringen neuen Schwung


1994 wurde der Förderverein gegründet. Im Herbst 2014, zum 20-jährigen Bestehen, gab es einen Neustart. Der gesamte Vorstand wurde neu gewählt. „Viele Gründungsmitglieder von damals sind in die Jahre gekommen oder haben gesundheitliche Probleme. Neue Leute bringen ja auch erst einmal neuen Schwung“, bestätigt Hornke. Alle sprechen mit Hochachtung von den Vereinsmitgliedern der ersten Stunde, nennen Namen wie Jürgen Wilken, der erster Vorsitzender war, Siegmar Krüger, Erwin Seifert, Gerhard Benthien, Horst Hornke oder Walter Müller. „Wenn sie nicht angepackt wären, würde es die Schmiede wohl nicht mehr geben. Fast jedes Wochenende haben sie damals gearbeitet“, erinnert sich Magda Müller.

Heute, da das als Begegnungsstätte genutzte Gebäude bis auf Kleinigkeiten baulich in Ordnung ist, sieht der Verein seine vordringliche Aufgabe darin, das gesellige Leben in dem 70-Seelen-Dorf, das zur Gemeinde Reimershagen gehört, zu bereichern. „Wir wollen dazu beitragen, dass die Groß Tessiner sagen: hier lohnt es sich zu leben, hier ist etwas los, auch für junge Leute“, bestätigt Magda Müller.

Ein Veranstaltungsplan wurde aufgestellt und ausgehängt. Die kleine Frauentagsfeier ist Geschichte, nun steht das Osterfeuer als nächster Termin bevor. Veranstaltet werden sollen aber auch Pflanzentausch-Börsen, Grillabende und für September laufen die Vorbereitungen für die 640-Jahr-Feier des Dorfes. Vorbild ist die große Jubiläumsfeier vor 15 Jahren, von der alle im Ort noch schwärmen. „Das ganze Dorf, viele ehemalige Einwohner und viele Gäste, insgesamt über 200 Personen, hat miteinander gefeiert. Es gab einen Umzug, eine Ausstellung zur Dorfgeschichte, Kutschfahrten und Tanz“, erinnert sich Heike Jordan, im Verein die Finanzministerin.


200 Jahre Schmiede groß feiern


Je nach Nutzung, finden zwischen 30 und 40 Menschen in der alten Schmiede Platz. Neben Veranstaltungen des Vereins steht das Angebot an weitere Interessenten. „Private Feiern können hier ausgerichtet oder Lese- und Musikabende veranstaltet werden. Vereine oder Firmen können ihre Feste feiern, aber auch Bands, Chöre oder Tanzgruppen proben“, nennt Siegmar Hornke einige Beispiele. Im Hinterkopf haben alle schon 2017, wenn die Schmiede 200 Jahre im Dorf steht. „Das müssen wir groß feiern“, ist Hornke überzeugt und weiß die Mehrheit der Vereinsmitglieder hinter sich. Vielleicht ist bis dahin auch der Ausbau des Dachbodens erfolgt.

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