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Nach Finanzeklat : Gemeindevertretung Diekhof gewählt

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Bekanntgabe des endgültigen Ergebnisses morgen in Laage / Wahlbeteiligung 30,2 Prozent / Einzelbewerber setzten sich ganz knapp durch

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Diekhof hat eine neue Gemeindevertretung. Um 18.35 Uhr verlas Wahlvorstand Carmen Kaumanns das vorläufige Ergebnis. Das endgültige wird morgen um 17.30 Uhr im Rathaus Laage bekanntgegeben. Demnach bekamen Jürgen Bahr 122, Dirk Stüdemann 301, Maria Esser 47, Rolf Matschinsky 82, Alexa Karina Schöne 53 und Roman Lehmann 51 Stimmen. Damit entfielen auf die Wählergemeinschaft Diekhof 552 Stimmen. „Das bedeutet nach einem Schlüssel sieben Sitze. Da nur vier Kandidaten da sind, bleiben drei unbesetzt“, erklärte Wahlleiterin Petra Müller. Dazu kommen die Einzelbewerber.

Allerdings hing alles am seidenen Faden. Auf SVZ-Nachfrage sagte Petra Müller, ohne eine endgültige Zahl zu nennen, dass nur rund zehn Stimmen mehr für die Wählergemeinschaft Diekhof oder fünf oder sechs Stimmen weniger für die beiden Pölitzer dafür gesorgt hätten, dass die Einzelbewerber nicht gewählt worden wären. Dann wäre keine arbeitsfähige Gemeindevertretung zu Stande gekommen. Diese Aussicht schwebte während der ganzen Auszählung wie ein Damoklesschwert über dem Wahllokal. Das Problem war die geringe Wahlbeteiligung. Wie Carmen Kaumanns mitteilte, wählten von 784 Wahlberechtigten 237. Das sind 30,2 Prozent.

Unisono erklärten die Mitglieder der Wählergemeinschaft Diekhof, dass sie nach der weiteren Eigenständigkeit der Gemeinde streben. Rolf Matschinsky räumte allerdings ein, was SVZ bereits mehrfach geschrieben hat, dass wohl eine Gemeindefusion mit Laage nicht verhindert werden könne.

Ex-Bürgermeister Ralf Lenz lobte gestern Abend den Mut, den die neuen Gemeindevertreter aufbringen, weil sich an der Situation bisher nichts verändert hat. Schwerin wolle nach seiner Kenntnis zwar helfen, aber nicht bei einer Eigenständigkeit. Lenz: „Somit haben sich die Gemeindevertreter jetzt vielleicht wählen lassen, um über die Aufgabe der Eigenständigkeit der Gemeinde Diekhof zu befinden.“ Für ihn geht es in Richtung Großgemeinden mit hauptamtlichem Personal. Damit wird für ihn gegenwärtig das „Ehrenamt unter dem Mantel der kommunalen Selbstverwaltung“ verramscht.

Holger Anders bleibt bis zur Konstituierung der Gemeindevertretung in den nächsten sechs Wochen Bürgermeister-Beauftragter. Auch wenn sich aus den Reihen der Gemeindevertreter kein Bürgermeister findet, wird er voraussichtlich den Posten weiter bekleiden. Eine Bürgermeisterwahl in Diekhof würde es zu den Kommunalwahlen am 25. Mai geben. Die jetzige Gemeindevertretung ist bis 2019 gewählt.

Torsten Renz, CDU-Landtagsabgeordneter, unterstrich gestern das Ansinnen seiner Partei, für die Eigenständigkeit von Gemeinden einzutreten. Die SPD dagegen wolle Zentren stärken. Nur eine Fusion als Option lehnt Renz deshalb ab. Er bietet den Gemeindevertretern und Holger Anders an, bei Gesprächen mit dem Land und dem Landkreis dabei zu sein.

Die Wahl fand aus besonderem Anlass statt. Gemeindevertretung und Bürgermeister gaben wegen einer aus finanziellen Gründen nicht mehr möglichen kommunalen Selbstverwaltung im Sommer 2013 ihre Mandate zurück. Seit dem werden Gemeindevertretung und Bürgermeisteramt vom Beauftragten Holger Anders vertreten. Das veranlasste der Landkreis. Der entsandte gestern keine Vertreter ins Wahllokal.

 

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