Wir in Wardow : Auftragsbücher immer gut gefüllt

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Metallbau Thee – ein Wardower Unternehmen mit Tradition

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11. Januar 2016, 06:00 Uhr

„Manchmal stehen Leute in der Tür und wollen einfach nur einen Blick in die alte Schmiede werfen“, erzählt Marian Wegner (52), Inhaber von Metallbau Thee in Wardow. Und der Blick lohnt sich. Hier steht ein alter Amboss, dort hängen alte Hufeisen und zwischen den Fenstern ist allerlei altes Werkzeug aufgereiht.

Viel habe sich in den vergangenen 100 Jahren nicht geändert, meint Marian Wegner. Geschmiedet werde heute aber nur noch selten, ansonsten erledigen er und sein Mitarbeiter Roland Ueck (54) alle Arbeiten, die kleine Metallbaufirmen so machen: Geländer, Zäune, Tore. „Wir haben einige gute Partner, für die wir als Zulieferer arbeiten“, ist der Schwiegersohn des „alten Thee“ zufrieden. Größtenteils kämen die Aufträge aus den alten Bundesländern – Hamburg, Schleswig-Holstein. „Da sitzt einfach mehr Geld als hier“, erklärt Marian Wegner. Und man könne gut mit den dort ansässigen Unternehmen konkurrieren. Hingegen sieht er weiter östlich bei Dumpingpreisen polnischer Unternehmen kaum noch Chancen. Dennoch: Die Auftragsbücher seien immer voll. „Es ist nur ein kleiner Betrieb. Ich habe einen Gesellen. Die Buchhaltung macht meine Frau“, berichtet der 52-Jährige. Eine Familie könne er davon allerdings nicht ernähren. Mit Solaranlagen habe man ein zweites Standbein.

Ans Aufhören denkt Marian Wegner mit 52 noch nicht, wohl aber an die Zukunft. Investitionen sind derzeit kein Thema für ihn. Er habe keinen Sohn, könne also bestenfalls auf einen Schwiegersohn hoffen. Eine vage Angelegenheit.

Seit 1930 ist die Schmiede in Familienbesitz. Der damalige Gutsherr hatte sie dem Schmied Wilhelm Thee geschenkt und dies mit der Auflage, Arbeiten für Pferde und Wagen des Gutes kostenlos zu erledigen, verbunden. „Es gab damals 80 Pferde und 35 Wagen. Es wurde also fast umsonst gearbeitet“, erzählt Marian Wegner. Nebenbei war immer auch Landwirtschaft betrieben worden. Bald schon hatte Wilhelm Thee, der sich mehr für die Landwirtschaft interessierte, an seinen Sohn Horst Wilhelm Thee übergeben. Der blieb auch zu DDR-Zeiten selbstständig und war mehr als 50 Jahre Schmied/Metallbauer mit Leib und Seele, bis Marian Wegner 2005 übernahm.

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