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Wir in Dreetz : Äpfel nicht vom Baum fallen lassen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Anja Abdank und Dirk Müller möchten die geschmackliche Obstvielfalt bewahren

„Nicht nur Tierarten können aussterben, sondern auch Obstbaumsorten. Wir möchten seltene Sorten erhalten“, sagt Anja Abdank. Zusammen mit ihrem Mann Dirk Müller setzt sich die Biologin für die Natur in Dreetz und Umgebung ein. Mit ihrer Hilfe konnten schon einige Pflanzen in der Gemeinde neu angelegt und alte Bäume fachgerecht beschnitten werden.

Der Arbeit wegen zog es das Paar 2002 nach Dreetz. Nicht nur auf ihrem eigenen Grundstück sondern auch auf den Gemeindeflächen gingen die Naturliebhaber ihrer botanischen Leidenschaft nach. „Wir sind mit Dreetz auf eine Gemeinde gestoßen, die bereits in diversen Projekten das Dorfgrün förderte. So wurde 2001 in Zibühl eine Obstwiese angelegt. Nur wusste die Gemeinde nicht, wie sie richtig damit umgehen sollte“, sagt Abdank. Deswegen griffen sie und ihr Mann der Gemeinde Dreetz unter die Arme.

Die Bäume auf der Zibühler Wiese konnten zehn Jahre und länger wachsen, wie sie wollten. „Obstbäume brauchen jedoch in bestimmten Abständen einen Erziehungsschnitt“, sagt Abdank. Ziel dabei sei es, dem Baum eine stabile Krone zu ermöglichen, damit dieser das schwere Obst tragen könne. Alle acht bis zehn Jahre müsse ein fachgerechter Schnitt erfolgen. Im vergangenen Jahr griffen Abdank und Müller auf die fachliche Hilfe von Uwe Arnsberg von der AG Obstgehölzpflege zurück. Bei einem öffentlichen Obstbaumpflege-Schautag bekamen die Bäume in Zibühl ihren Verjüngungsschnitt verpasst.

Die Motivation für ihr Engagement innerhalb der Gemeinde sehe Abdank auch darin begründet, die Menschen wieder mit der Qualität heimischer Obstsorten vertraut zu machen. Mit den Äpfeln lasse sich auch leckerer Saft pressen. Dafür organisieren Abdank und Müller regelmäßig Saftfeste, zu denen Besucher auch selbst Hand an einer Presse anlegen können.

Abdank und Müller konzentrieren sich nicht nur auf Apfelbäume. So sorgten sie dafür, dass für die umgefallenen Pflaumenbäume in Dreetz an anderer Stelle eine Ausgleichspflanzung getätigt wurde. Mit dabei sei auch die Rote Katharinenpflaume, die zu den seltenen Sorten gehöre. „Wir möchten verhindern, dass diese Obstsorten aussterben, um damit auch die geschmackliche Vielfalt zu bewahren“, sagt Abdank.

Natürlich waren beide auch auf ihrem eigenen Grundstück nicht untätig. Das vorherige Ackerland verwandelten sie in eine Gartenlandschaft. „Wir pflegen unseren Garten rein ökologisch, ohne fossile Brennstoffe“, sagt Abdank.

Beruflich ist Abdank beim Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern in Güstrow tätig. Dirk Müller arbeitet als Ingenieur bei einem Güstrower Planungsbüro. „Die Beschäftigung in der Natur ist für uns ein guter Ausgleich zur Büroarbeit“, sagt Abdank.

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erstellt am 17.Mai.2016 | 10:17 Uhr

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