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Güstrower Anzeiger

21. November 2017 | 15:18 Uhr

zehna : Gemeinde setzt wieder auf Bürger

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Anlieger übernehmen beim Straßenbau von Zehna nach Neuhof den Anteil der Gemeinde. Neuer Weg zur Kirche und Stellplätze am Friedhof.

von
erstellt am 22.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Die gleiche Vorgehensweise wie bereits in Braunsberg: Die defizitäre Gemeinde Zehna baut beim Straßenbau weiterhin auf die aktive Mithilfe ihrer Bürger. Weil die Gemeinde kein Geld hat, übernehmen beim jetzt gestarteten Straßenbau von Zehna nach Neuhof die Anlieger den Gemeindeanteil. „Auf freiwilliger Basis“, unterstreicht Bürgermeister Fred Lange. „Wir haben zuvor mit allen Anwohnern persönlich gesprochen. 97 Prozent der Leute machen mit“, sagt er. Auch bei der noch laufenden Sanierung der maroden Dorfstraße in Braunsberg konnte die Gemeinde die notwendigen Eigenmittel nicht aufbringen und die Anwohner sprangen ein (SVZ berichtete).

Zehna ist chronisch pleite, musste mit dem in dieser Woche verabschiedeten Haushalt 2017 auch gleichzeitig wieder ein Haushaltssicherungskonzept beschließen. „Wir müssen weiter unsere Kassenkredite abarbeiten. Sparsamkeit ist oberstes Gebot“, unterstreicht Lange, der hofft, dass Zehna im Jahr 2020 wieder einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren kann. Der Gemeinde kommt zugute, dass der jetzige Straßenbau nach Neuhof mit 90 Prozent gefördert wird. Die restlichen zehn Prozent tragen die Anlieger. Dankbar ist der Bürgermeister dabei vor allem zwei Landwirten sowie der Kirchgemeinde, die zusammen einen Großteil übernehmen. „Sowohl die Landwirte als auch die Kirche haben ein reges Interesse daran, dass die Straße gebaut wird. Mit ihnen gibt es eine gute Zusammenarbeit“, sagt Lange.

Die Kirche in Zehna liegt direkt an der Straße nach Neuhof. „Wir sind einer der größten Anlieger. Und damit überhaupt etwas passiert sind wir dabei. Anders kann es die Gemeinde nicht machen“, sagt Pastor Jonas Görlich von der Kirchgemeinde Lohmen. Im Zuge des Straßenbaus werden zudem ein Weg zur Kirche sowie Stellplätze am Friedhof gebaut. Auch bei dieser Maßnahme springt die Kirche ein und übernimmt den Eigenanteil der Gemeinde in Höhe von 7200 Euro. „Zur Refinanzierung der Eigenmittel wird eine Vereinbarung mit der Kirche getroffen werden“, heißt es im jetzt einstimmig von der Gemeindevertretung gefassten Beschluss zum Ausbau des Weges und der Parkplätze. „So erschließen wir die Kirche und das Pfarrhaus. Wir wollen es rund um die Kirche schön machen“, sagt Pastor Görlich.

Das Kopfsteinpflaster auf der Straße nach Neuhof wird aufgenommen und die Straße erhält eine Asphaltdecke. „Wir hoffen, Ende April mit dem Straßenbau fertig zu sein“, sagt Bürgermeister Lange. In Braunsberg läuft gerade noch der 2. Bauabschnitt. Auch hier könnte Ende April Schluss ein. „Wenn wir diese beiden Straßen fertig haben, haben wir alle Straßen im Gemeindegebiet einmal durchsaniert“, so Lange.

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