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Güstrower Anzeiger

17. November 2017 | 18:54 Uhr

Neue Ausstellung : Gemalte Lebensauffassungen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ursula Banse aus Eickhof zeigt im Sternberger Seehotel 32 ihrer ungewöhnlichen Bilder, die mit Buntstiften und Pastellkreide entstanden

Die weißen Flurwände im ersten Stock des Sternberger Seehotels zieren großflächige, farbige Bilder. Bilder, die in etwas anderer Malweise entstanden sind und eingehend betrachtet werden müssen, um sie verstehen und verinnerlichen zu können. Die Künstlerin, die diese Werke geschaffen hat, ist
Ursula Banse aus Eickhof. Für ihre künstlerische Arbeit benutzt die 70-Jährige nicht, wie allgemein verbreitet, Ölfarbe, sondern Buntstifte und Pastellkreide. Zur Vernissage waren viele Besucher – ehemalige Kollegen, Freunde des Hauses – gekommen und beeindruckt von der ungewöhnlichen Art des Malens.

In ihrer Laudatio auf die Künstlerin und ehemalige Studienkollegin stellte Evelyn Meißner Ursula Banse und deren Werke vor. Sie nannte diese „künstlerische Entdeckungsreisen, farbenfroh, formenreich und schwungvoll“. Und jedes Bild zeige eine Weiterentwicklung. „Ihre Bilder sprechen uns an. Sie sind bildhaft und keine Pinselstriche. Und jedes Bild hat einen
Namen.“

32 Werke stellt Ursula Banse in Sternberg aus, die alle Menschen in Bewegung zeigen. Denn „Bewegung“ ist auch ein grundlegendes Thema ihres künstlerischen Schaffens. „Für mich ist Bewegung stets Aufbruch und Neubeginn“, so die Künstlerin, die von Beruf Mathematiklehrerin ist und 40 Jahre lang junge Menschen unterrichtete. Die Malerei sei ihr Berufung und künstlerischer Ausgleich im Rentenalter. „Ich möchte mit meinen Bildern etwas gegen Trübsinn und Unlust bewirken“, erklärt die Seniorin. „Für meine Motive wähle ich Themen wie Neuanfang, Religionen, Sucht, Frühling und viele andere.“ Ihre Bilder seien gemalte Lebensauffassungen und Erlebnisse, erzählt sie. Und sie fügt noch an, dass der Auslöser für ihre etwas
andere Malweise die um sie herum zu bemerkende zunehmende Trägheit, Unzufriedenheit und Gleichgültigkeit sei.

Anregungen finde sie in der reizvollen Umgebung des Warnow-Durchbruchtales und in ihren fünf quicklebendigen Enkelkindern. Vorbilder für ihre Malereien seien Friedensreich Hundertwasser und Marc Chagall. Ersterer bemerkte einmal: „Die Bilder sind die Ernte meiner Träume.“ Sie sehe das genauso, erklärt Uschi Banse. Ihre Bilder sollen zum Nachdenken anregen. Man könne an ihnen nicht einfach vorbei
gehen. Doch sie vermeide bei ihren Arbeiten Grau-, Braun- und Schwarztöne, „die mir zu dunkel sind und depressiv machen“. Sie sei eben ein
optimistischer Mensch.

Beim Rundgang durch das Seehotel waren zu den Bildern – zum Beispiel mit den Titeln „Explosion“, „Vergänglichkeit“, „Religion“, „Zuhause in Mecklenburg“, „Fließend“, „Symphonie“ oder „Ferien in Mecklenburg“ – passende Gedichte zu lesen. Diese, „aus etwas abweichender Sicht“, stammen von Bernd Grübler, einem promovierten langjährigen Sportenthusiasten und Trainer, der heute als Pressesprecher beim Verband der Ersatzkassen in deren Landesvertretung tätig ist. Er und Ursula Banse sind durch ihre Arbeit zu einer künstlerischen Symbiose zusammengewachsen. Die Ausstellung ist bis zum Jahresende zu sehen.

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