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Atar-Bilder in Güstrower Pfarrkirche restauriert : Gemälde jetzt plastischer zu erleben

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Die sechs Gemälde am Jan-Borman-Altar in der Pfarrkirche Güstrow sind konserviert, gereinigt und vor weiterem Schaden bewahrt. Das Polieren am Donnerstag war die letzte Arbeit der Restauratorin Martina Runge aus Berlin.

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erstellt am 10.Aug.2012 | 10:38 Uhr

Güstrow | Die sechs Gemälde am Jan-Borman-Altar in der Pfarrkirche Güstrow sind konserviert, gereinigt und vor weiterem Schaden bewahrt. Das Polieren am Donnerstag war die letzte Arbeit der Restauratorin Martina Runge aus Berlin. Seit Mitte Juni arbeitete sie an den wertvollen Bildern. "Ich habe alle Schäden behoben. Die manifestierten sich in Farbschichtablösungen. Alle sechs Gemälde haben jetzt ein einheitliches Oberfächenbild", erklärte die Restauratorin, der die Arbeit sehr viel Spaß bereitet hat. Durch ihre Arbeit hat sich auch das "Tiefenlicht" verbessert. Runge: "Die Bilder sind jetzt plastischer, man kann sie mehr erleben." Große Überraschungen erlebte die Expertin allerdings nicht.

"Ich wusste, was mich erwartet. Das hat sich bewahrheitet." Sie fand auch die Qualität der Bilder bestätigt. "An solche Gemälden zu arbeiten, bereitet natürlich besondere Freude", erzählte Runge. Und sie fügte hinzu: "Das ist aber wirklich selten." Für sie haben die Bilder daher schon fast "musealen Charakter". Zu ihrer Arbeit gehörte aber auch, den Oberflächen schmutz zu beseitigen. Für viele gar nicht sichtbar, das sieht nur das Expertenauge, liegt über den Gemälden ein kleiner grauer Schleier, der weg muss.

Martina Runge hat mit ihrer Arbeit einen weiterer wichtigen Schritt bei der Restaurierung des berühmten Altars (wir berichteten mehrfach) geleistet. Das Besondere war aber auch: Die Berlinerin arbeitete an den Gemälden, die bisher - allerdings nie gesichert - dem Brüsseler Bernaert van Orley zugeschrieben wurden. Die wissenschaftlichen Untersuchungen vor zwei Jahren, u.a. mit digitaler Infrarot-Technik und Röntgenstrahlen, belegen aber: Orley war es nicht. Wer es aber sonst gewesen sein könnte, weiß man nicht und wird es auch nicht herausbekommen.

Nach Martina Runge folgt unmittelbar Restaurator Volker Ehlich, der sich bis Mitte September mit der Predella beschäftigen wird. Sie ist gereinigt und gesichert, muss aber noch restauratorisch überarbeitet werden.

Elisabeth Taetow, Vorsitzende des Fördervereins zur Restaurierung des Altars, ist mit der Arbeit von Martina Runge sehr zufrieden und freut sich, dass es mit Volker Ehlich gleich weiter geht. Das bestätigt ihren Optimismus, dass der Borman-Altar in drei Jahren restauriert ist.

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