Gemälde durchleuchtet - Lob für Restauratorin

Diskussion vor den Gemälden der zweiten Altar-Wandlung, die die Apostel Petrus und Paulus zeigen: Elisabeth Taetow, Catheline Perier-DTeteren, Restauratorin Martina Runge und Prof. Ivo Mohrmann (v. l.). Christian Menzel
Diskussion vor den Gemälden der zweiten Altar-Wandlung, die die Apostel Petrus und Paulus zeigen: Elisabeth Taetow, Catheline Perier-DTeteren, Restauratorin Martina Runge und Prof. Ivo Mohrmann (v. l.). Christian Menzel

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11. September 2012, 08:38 Uhr

Güstrow | Große Runde gestern vor dem Jan-Borman-Altar in der Güstrower Pfarrkirche. Vertreter der Brüsseler König-Baudouin-Stiftung, Restauratoren sowie Mitarbeiter von an dem Projekt beteiligter Institutionen diskutierten die Ergebnisse umfangreicher Untersuchungen an dem Altar. Die Brüsseler Stiftung hatte 100 000 Euro für die Restaurierung und wissenschaftliche Untersuchung der sechs Maltafeln einschließlich der Rahmen des Altars bereitgestellt (SVZ berichtete). Sehr zufrieden mit dem restauratorischen Ergebnis zeigte sich Catheline Perier-D’Teteren, Professorin der Uni Brüssel und eine der Präsidentinnen der Stiftung, gestern vor Ort in Güstrow. "Die Restauratorin Martina Runge hat hervorragende Arbeit geleistet. Sie ist sehr sensibel und mit einem großen Respekt vor dem Original vorgegangen", lobte die Belgierin.

Auch die Untersuchungen hätten umfangreiche Ergebnisse zutage gebracht, die nun mit anderen Altären abgeglichen werden sollen. "Besonders in Schweden und Belgien haben wir ähnliche Altäre wie den in Güstrow", sagt Perier-D’Teteren.

Einblicke in das "Innenleben" der Gemälde gewährten die Infrarot-, Röntgen- und UV-Untersuchungen, die die Hochschule für Bildende Künste Dresden für die Schadensfeststellung leistete. "Durch die Infrarotreflektografie konnten wir die Untermalungen sichtbar machen. Das ist die mit Tusche auf weißem Malgrund angelegte Komposition des Gemäldes", erklärt Prof. Ivo Mohrmann. Damit könne man viel über die Handschrift und die Individualität des Meisters erfahren, so der Professor. Im vorliegenden Fall geht er von einem erfahrenen und souveränen Maler aus, "der sein Handwerk beherrschte". Weiter sei anzunehmen, dass die Ausmalungen von mehreren Assistenten erfolgten. "Der Meister verteilte die Arbeit und kontrollierte. Oft war es so, dass ein Assistent für die Gebäude, ein anderer für die Pflanzen und ein dritter für die Figuren zuständig war", weiß der Fachmann.

Für Elisabeth Taetow vom Altar-Förderkreis bleibt es bei 2014 für den Abschluss der Sanierung. Auch das Geld dafür habe man zusammen. Diskutiert werde gegenwärtig der Plan, die über 20-jährigen Arbeiten mit einem festlichen Kolloquium, ähnlich dem für das Ulrich-Epitaph im Dom, zu würdigen.

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