Krakow am See : Geldfrage: Kultur soll zum Tourismus

<fettakgl>Bürgermeister Wolfgang Geistert, </fettakgl>Annerose Wendt, Vorsitzende des Kulturvereins 'Alte Synagoge', und Krakows Pastor i.R., Sigurd Havemann nutzten den Empfang zu einem Gespräch.<fotos>Hans-Jürgen Kowalzik (2)</fotos>
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Bürgermeister Wolfgang Geistert, Annerose Wendt, Vorsitzende des Kulturvereins "Alte Synagoge", und Krakows Pastor i.R., Sigurd Havemann nutzten den Empfang zu einem Gespräch.Hans-Jürgen Kowalzik (2)

Beim Neujahrsempfang der Stadt Krakow am See verteidigte Bürgermeister Wolfgang Geistert in seiner Rede sein Ziel, den Kulturbereich künftig in die Tourismus GmbH zu integrieren.

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18. Januar 2013, 08:10 Uhr

Krakow am See | Beim Neujahrsempfang der Stadt Krakow am See gestern Nachmittag im Atrium der Schule verteidigte Bürgermeister Wolfgang Geistert in seiner Rede sein Ziel, den Kulturbereich künftig in die Tourismus GmbH zu integrieren. Er versuchte das mit dem Haushaltsplan für 2013 zu begründen. Der sei zwar beschlossen, so der Bürgermeister. Aber wegen des Stellenplans sei er von der Kommunalaufsicht des Landkreises noch nicht genehmigt. Geistert: "Seit 2010 müssen wir alljährlich ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen. Dabei sind natürlich auch die Personalkosten zu prüfen." In diesem Zusammenhang sei der Beschluss entstanden, den Bereich Kultur in die Tourismus GmbH zu überführen. "Es war zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt, die finanziellen Mittel für das Fischerfest, die Kurkonzerte oder die Arbeit des Kulturvereins zu kürzen", betonte Geistert gestern. "Wir müssen uns aber schon fragen, ob wir unser Geld im kulturellen Bereich für Personalkosten oder für Kulturveranstaltungen ausgeben. Der Ausschuss Wirtschaft und Tourismus soll dazu weiter beraten", so Geistert.

Fraktion Die Linke sorgte für das Kippen des Beschlusses

Zur Erinnerung: Auf Antrag der Fraktion Die Linke war der Beschluss der Stadtvertretung vom Frühjahr im Herbst gekippt worden, weil die Fraktion genau das überprüft haben will, was der Bürgermeister als gesichert sieht: Dass die Kultur wirklich nicht in Gefahr ist.

Der Bürgermeister nannte gestern weitere wichtige Vorhaben für dieses Jahr. Für alle freiwilligen Leistungen seien 379 000 Euro eingeplant. Darin enthalten sind Ausgaben für Grünanlagenpflege und Straßenreinigung, Kultur, Tourismus, der Jugendklub und die Stadtbibliothek sowie die Unterstützung der Vereine für Kinder- und Jugendarbeit.

Das größte Investitionsvorhaben 2013 soll der Neubau der Sportplatzanlage an der Schule werden. Geistert: "Dadurch werden die technischen Bedingungen für den Vereins- und Schulsport deutlich verbessert und die grundlegende Sanierung des Schulkomplexes wird abgeschlossen." Zwei für den neuen Sportplatz notwendige Grundstücke wurden bereits erworben. Die Gesamtkosten wurden mit 1,45 Millionen Euro errechnet. Das Geld kommt aus der Sportstättenförderung des Innenministeriums, aus dem Sondervermögen der Stadtsanierung und dem Kofinanzierungsprogramm der Landesregierung. Geistert: "Die Finanzierungszusagen sind inzwischen eingetroffen. Wir können dieses Projekt mit einem Eigenanteil von weniger als zehn Prozent realisieren und im Herbst soll die Anlage fertig sein."

Die Erschließung des Wohngebietes am Beerboomschen Weg soll durch einen weiteren Bauabschnitt fortgesetzt werden. An der Goetheallee ist der Ausbau der Straße zwischen Seehotel und Anglerplatz vorgesehen. Geistert: "Das kann jedoch nur mit Fördermitteln realisiert werden."

In den Ortsteilen werden weitere Vorhaben im Bodenordnungsverfahren vorbereitet. Im Haushaltsplan wurde der restliche Straßenbau in Charlottenthal, die Umfahrt des Speichers, eingeplant. Der Zuwendungsbescheid traf noch im Dezember ein und daher können die Bauarbeiten nach dem Winter beginnen. Der Ausbau des Weges am Altdorfer See ist als Verbindung nach Neu Sammit ebenfalls eingeplant.

Die Freiwillige Feuerwehr Bellin ist auf einem Privatgrundstück untergebracht. Auch in Bellin sollen die kommunalen Einrichtungen an einem Standort zusammengeführt werden. Geistert: "Die ehemalige Schnitterkaserne Am Karpendieck soll einen Anbau für die Fahrzeugtechnik erhalten, Schulungs- und Sanitärräume sollen im Erdgeschoss des Wohnhauses eingerichtet werden. Eine erste Vorplanung wurde erarbeitet, die Abstimmungsrunden werden folgen."

Die WoKra, Wohnungsgesellschaft mbH Krakow am See, errichtet in der Ernst-Thälmann-Straße 17 einen Neubau mit sechs Senioren gerechten Wohnungen. Für das Projekt Wohnungen an der Ecke Schulstraße/Fischerstraße erwarb die WoKra bisher zwei Grundstücke. Die Verhandlungen zum Kauf weiterer zwei Grundstücke seien jedoch bisher nicht erfolgreich erlaufen. Möglicherweise werde das Projekt vorerst etwas kleiner, so Bürgermeister Wolfgang Geistert.

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