Einbruch in Bützow : Geldautomaten mit Gasgemisch gesprengt

<strong>Der zerstörte Geldautomat</strong> wurde mit einer starken Explosion gewaltsam geöffnet. Die Einbrecher benutzten dazu ein Gasgemisch, dass sie entzündeten.  <foto>Nadine Schuldt </foto>
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Der zerstörte Geldautomat wurde mit einer starken Explosion gewaltsam geöffnet. Die Einbrecher benutzten dazu ein Gasgemisch, dass sie entzündeten. Nadine Schuldt

Lautstarke Explosion Montag kurz nach Mitternacht: Mit einem Riesengetöse fliegt der Raum um den Geldautomaten im Bützower Famila-Markt in die Luft. Unbekannte rauben den Geldautomaten der Volks- und Raiffeisenbank aus.

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07. März 2013, 03:34 Uhr

Bützow | Lautstarke Explosion kurz nach Mitternacht: Mit einem Riesengetöse fliegt der Raum um den Geldautomaten im Bützower Famila-Markt in die Luft. Unbekannte rauben den Geldautomaten der Volks- und Raiffeisenbank aus. Sie warfen zuvor mit einem Gully-Deckel eine Scheibe der Eingangstür ein. Anschließend leiteten sie offenbar ein Gasgemisch in den Geldautomaten ein und entzündeten es. Die Explosion zerstörte den Automaten komplett. So konnten die Täter an das Bargeld kommen. Als der Wachdienst, der durch die Alarmanlage über den Einbruch informiert wurde, eintrifft, sind die Einbrecher bereits geflüchtet.

Gasexplosion richtet Zerstörung an

"Ich wurde noch in der Nacht über den Vorfall informiert", sagt Dieter Heidenreich, Vorstand der Volks- und Raiffeisenbank. Durch die heftige Detonation wurde nicht nur der Geldautomat stark beschädigt, sondern der ganze Raum, der für das Nachfüllen des Automaten benötigt wird, heftig in Mitleidenschaft gezogen. "Es sind die Deckenplatten abgeflogen und einige Trockenbauwände kaputt gegangen", schildert Filialleiter Ricardo Iben. Auch die Eingangstür ist stark demoliert - die Glasscherben wurden in einer Schubkarre weggebracht.

Zudem wurde der Büroraum des angrenzenden Uhren- und Schmuckgeschäftes beschädigt. "Das Büro ist total zerstört und selbst im Verkaufsladen sind Deckenplatten von der Wucht der Gasexplosion gelockert worden", sagt Monika Sattler vom Uhrenladen und blickt nach oben. Als sie zunächst morgens von dem Einbruch hörte, konnte sie nicht ahnen, dass so viel zerstört sein würde. "Ich dachte, es wäre nur der Automat rausgerissen", sagt sie.

Dieter Heidenreich ist hingegen froh, dass der Einbruch nicht noch größeren Schaden angerichtet hat. "Bei Vorfällen dieser Art bei anderen Geldinstituten wurde auch schon das ganze Haus in die Luft gesprengt", sagt Dieter Heidenreich. Er ist geschockt, trotzdem ist dieser Einbruch für ihn kein Grund, sich aus dem Einkaufsmarkt zurückzuziehen. "Wir werden wieder einen Automaten aufstellen", erklärt er. Dabei würden von der Bank nur die neuesten Geräte eingebaut. "Sie werden von den Firmen ständig weiter entwickelt und ihre Beschaffenheit verbessert", sagt Heidenreich. Allerdings sei diese Verbesserung immer ein Wettlauf mit den Verbrechern, die dagegen schnell eine Technik finden würden. Für die Bank beläuft sich der Schaden auf eine fünfstellige Summe.

Ähnliche Einbrüche in jüngster Zeit

"Es ist immer wieder unschön, wenn solche Vorfälle passieren, da sie doch viele Dinge nach sich ziehen", sagt auch Bärbel Hammer, Pressesprecherin der Famila-Märkte. Allerdings sollen die Sicherungsvorkehrungen in Bützow nicht verschärft werden. Der Markt sei video- und alarmgesichert und der Wachdienst bzw. die Polizei sehr schnell vor Ort.

Die Kripo Rostock hat die Ermittlungen in diesem Fall übernommen, auch die Spurensicherung war am Tatort. "Es hat zwei ähnliche Einbrüche in den vergangenen Wochen gegeben, wo jetzt Spuren abgeglichen werden", sagt Volker Werner, Sprecher vom Polizeipräsidium Rostock.

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