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Bittere Erfahrung mit englischer Asphaltkolonne : Geld kassiert und abgehauen

vom

Vor einer englischen Teerkolonne in Westmecklenburg warnte die jüngst Polizei. Auch Erika Blohm in Breesen hat ihre Erfahrung gemacht. Den Übeltätern hätte aus ihrer Sicht längst das Handwerk gelegt werden können.

svz.de von
erstellt am 10.Dez.2012 | 05:31 Uhr

Breesen | Vor einer englischen Teerkolonne, die in Westmecklenburg aktiv ist, warnte die Polizei vor wenigen Wochen (SVZ berichtete). Unter dem Vorwand, dass irgendwo auf der Autobahn oder sonst im Straßenbau etwas fertig sei und mit den Teerresten für wenig Geld eine Hoffläche oder ein Parkplatz befestigt werden könne, traten die Männer auf. Am Ende kam es etwas anders und es wurde teuer. Einem Gastwirt in Gadebusch erging es jüngst so. Nicht mit Engländern, sondern wie sie meint mit Iren hat Erika Blohm in Breesen ihre bittere Erfahrung gemacht. Sie wundert sich, dass die Polizei noch vor einer solchen Teerkolonne warnt. Diesen Übeltätern hätte aus ihrer Sicht längst das Handwerk gelegt werden können. Polizei und Staatsanwaltschaft seien nicht in dem Maße tätig, wie sie es sich wünschen würde.

Erika Blohm erzählt ihre Geschichte: Im September 2010 sei sie auf eine Asphaltkolonne hereingefallen. "Ich war so dumm", ärgert sie sich noch heute. Ihr Mann hatte eine Offerte, den Hof und den Parkplatz vor der Gaststätte in Breesen befestigen zu lassen, zunächst abgelehnt. Aber als sie ein paar Tage später angesprochen wurde und der Hof tatsächlich eine Befestigung gebrauchen konnte, sagte sie zu. "Sollen die Jungs doch auch etwas verdienen", habe sie bei sich gedacht. Die Asphaltierung sollte 3000 Euro kosten. Die Arbeiter - Erika Blohm denkt, dass es Iren waren - rückten an und begannen. Dann hätten sie Geld verlangt, weil man vom Werk den Asphalt holen und dort in Vorkasse gehen müsse. 1500 Euro bezahlte Erika Blohm und bekam auch eine Rechnung dafür. Sie sah die Männer zunächst aber nicht wieder. Blohms erstatteten Anzeige. Der Ärger saß tief und ließ Erika Blohm keine Ruhe.

Im April dieses Jahres sei ihr wieder einmal ein Auto mit Fahrer auf der falschen Seite aufgefallen. Sie meinte die Männer zu kennen. Mit zwei Autos habe man die Engländer/Iren verfolgt, gleichzeitig die Polizei informiert. Ein Fahrzeug sei entwischt. Vor Teterow habe die Polizei zugegriffen. Einen der zwei Männer habe sie erkannt. Aber beide hätten wieder gehen dürfen.

Blohms recherchierten im Internet, stießen dort auf Informationen über eine irische Asphaltkolonne, suchten Firmen, wo die Truppe Splitt beziehen könnte. In Rostock sei man fündig geworden. Wieder habe man die Polizei gerufen. Die habe im Werk zugreifen können. Wieder seien die Männer freigekommen. "Das verstehe ich nicht", sagt Erika Blohm und: "Unser Geld ist futsch, aber ich möchte andere Menschen warnen, möchte, dass es ihnen nicht auch so ergeht."

Maureen Wiechmann bestätigt auf SVZ-Nachfrage Polizeieinsätze am 25. April in Teterow und am 2. und 3. Mai in Rostock. Damit sei das Verfahren, das zuvor schon eingestellt worden war, wieder aufgenommen worden, informiert die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es werde nach dem Aufenthaltsort der Beschuldigten gefahndet. Das Prozedere mit englischen Behörden sei allerdings nicht einfach, räumt Wiechmann ein und hält es nicht für ausgeschlossen, dass bei der geringen Schadenssumme die englischen Behörden gar nicht reagieren. Den Einsatz der Polizei bezeichnet Wiechmann als in der Sache angemessen. Eine Verhaftung wäre "bei der Schadenssumme unverhältnismäßig" gewesen, so die Staatsanwältin.

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