Landesgartenschau Güstrow : Geld für Kinder statt für Blumen

Der Förderverein Landesgartenschau spendet das verbleibende Vereinsvermögen für die Jugendhilfe. Gestern erfolgte die Scheckübergabe: Olav Paarmann, (Förderverein), Christian Köhn (Segler/SV Einheit), Danila Kuptz und Charlotte Lüdin (Weltladen), Heidemarie Beyer (Theaterförderverein), Bettina Korn (Kinder-Jugend-Kunsthaus) sowie Jürgen Schmidt und Dieter Heindereich (beide Förderverein) v.l.  Fotos: Regina Mai
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Der Förderverein Landesgartenschau spendet das verbleibende Vereinsvermögen für die Jugendhilfe. Gestern erfolgte die Scheckübergabe: Olav Paarmann, (Förderverein), Christian Köhn (Segler/SV Einheit), Danila Kuptz und Charlotte Lüdin (Weltladen), Heidemarie Beyer (Theaterförderverein), Bettina Korn (Kinder-Jugend-Kunsthaus) sowie Jürgen Schmidt und Dieter Heindereich (beide Förderverein) v.l. Fotos: Regina Mai

Förderverein Landesgartenschau Güstrow löst sich auf – Vereinsvermögen an Vereine für Kinder- und Jugendarbeit verschenkt.

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11. März 2016, 05:00 Uhr

Für eine Landesgartenschau 2014 hatten sich viele Güstrower ins Zeug gelegt. Doch der Traum zerplatzte, als sich das Land 2012 vom Gedanken an eine solche Schau verabschiedete. Der Förderverein Landesgartenschau beschloss im vergangenen Jahr seine Auflösung. Jetzt ist es soweit. Gestern übergab der Vorstand Schecks an vier Vereine. Das verbliebenen Vereinsvermögen – immerhin 12 000 Euro – soll der Jugendhilfe zugute kommen.

Neben der Erfahrung, dass man in Güstrow mit einer guten Idee etwas bewegen, Menschen begeistern und Privatpersonen, Unternehmen und Politiker unter einen Hut und an einen Strang bekommen kann, sind es der Weg „Achtern Dom“ und die Gestaltung einer Freifläche Am Berge, die bleiben. Sie waren Bestandteil eines umfangreichen Konzeptes, das jetzt nur über einen viel längeren Zeitraum mit großer Mühe Stück für Stück verwirklicht werden kann, bedauerte gestern Olav Paarmann, Vorsitzender des Fördervereins.

Heidemarie Beyer vom Förderverein des Ernst-Barlach-Theaters, der ebenso wie das Kinder-Jugend-Kunsthaus, der Weltladen und die Segler vom SV Einheit profitiert, fand tröstliche Worte. Betrachte man die jungen Menschen, die man Dank der Spende an Kultur heranführen könne, doch als Pflänzchen, die wachsen und gedeihen werden. Das Geld soll Schulkindern, für die der Verein u.a. Fahrkosten übernimmt, und Flüchtlingskindern, die der Verein zu Vorstellungen einlädt, zugute kommen. Das Kunsthaus, so berichtete Leiterin Bettina Korn, wolle von dem Geld in erster Linie Material kaufen. Es komme aber auch genau zur rechten Zeit, um die Arbeit des Hauses aufrecht zu erhalten, derweil man händeringend auf längst beantragte Landesmittel wartet. Beim Weltladen, der auch Bildungsarbeit als seinen Auftrag begreift, soll das Projekt, mit kleinen Schulweltläden in Bildungseinrichtungen zu gehen, unterstützt werden, informiert Charlotte Lüdin. Auf ihre Jugendgruppe ist der Segelsportverein stolz. „Unsere Kinder zahlen im Jahr 60 Euro Vereinsbeitrag. Das reicht eigentlich nicht. Wir könnten den Beitrag erhöhen, wollen das aber nicht. Segeln soll in Güstrow kein elitärer Sport sein“, erklärt Christian Köhn.


„Es war eine runde Sache“


2009 hatte sich der Förderverein Landesgartenschau Güstrow gegründet. In Hochzeiten zählte er 60 Mitglieder. Über 60 000 Euro waren zusammengekommen. Finanziert wurde damit u.a. eine Machbarkeitsstudie. „Es war eine runde Sache“, schätzte Paarmann gestern noch einmal ein. „Und wir haben absolut ehrenamtlich gearbeitet“, fügte Schatzmeister Dieter Heidenreich hinzu. Schleierhaft sei ihm bis heute, warum es letztendlich überhaupt keine Landesgartenschau gab. Das Land MV hatte den Bewerbern – neben Güstrow Putbus – die Finanzierung eines solchen Events nicht zugetraut. Auch heute sieht man die „generell schwierige Finanzlage der Kommunen im Land“ als Grund dafür, dass es derzeit keine Absicht gibt irgendwann wieder eine Landesgartenschau zu veranstalten, erklärte Eva Klaußner-Ziebarth, Pressesprecherin des Landwirtschaftsministeriums, gestern auf SVZ-Nachfrage.

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