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Hotel „Stadt Güstrow“ : Geisterhaus mitten in der Stadt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Sanierung des Hotels „Stadt Güstrow“ hat noch nicht begonnen / Neuer Termin für Wiedereröffnung: Frühjahr 2015 – unter Vorbehalt

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erstellt am 13.Jun.2014 | 06:00 Uhr

Lange, verwaiste Flure, Putz bröckelt, Elektrokabel hängen aus den Wänden – nichts zeugt gerade mehr vom einstigen Glanz des Hotels „Stadt Güstrow“ mitten in der Barlachstadt. Keine Gläser, Bratpfannen oder Matratzen. Die 70 Zimmer sind leer. Es fehlt alles. Felicitas Schmidt ist zurzeit Direktorin eines Geisterhauses. „Erste Untersuchungen einer Fachfirma haben deutlich gemacht, dass der Sanierungsaufwand erheblich größer ist als gedacht“, sagt die Hotelmanagerin, die das so genannte Pre-Opening-Büro des Hotels „Stadt Güstrow“ leitet und die Instandsetzung des Hauses koordiniert. War die Wiedereröffnung zunächst auf den Herbst terminiert, spricht Felicitas Schmidt jetzt von einer eventuellen Eröffnung im Frühjahr 2015. „Unter Vorbehalt“, unterstreicht sie.

Dennoch: „Das Hotel wird wiedereröffnen, sonst wäre die BAG nicht Eigentümerin geworden. Andere Spekulationen sind falsch“, sagt die Hoteldirektorin. Die BAG-Bank hatte das Hotel Anfang des Jahres bei einer Zwangsversteigerung erworben (SVZ berichtete).

Doch noch haben die aufwendigen Sanierungsarbeiten, die sich im zweistelligen Millionenbereich bewegen dürften, nicht begonnen. Genaue Aussagen zu den Kosten will Felicitas Schmidt nicht treffen. Größter Kostenfaktor ist der Brandschutz. Ein Güstrower Ingenieurbüro erstellt gerade ein Brandschutzkonzept. „Davon leitet sich die weitere Sanierung ab“, sagt sie. Seit 27 Monaten steht das Hotel jetzt leer. Die Spuren sind nicht zu übersehen. „Die gesamten Wasserinstallationen müssen erneuert werden, auch die Elektroinstallationen“, so Felicitas Schmidt. Ein großer Brocken ist auch das Dach im Ballsaal. Hier geht es um eine komplett neue Aufhängung. „Dieser Ballsaal ist das Alleinstellungsmerkmal des Hotels und soll in historischem Gewand wiedererstehen“, hebt die Direktorin hervor. Bälle sollen hier wieder stattfinden, Tagungen größerer Art. Neben dem Hoteleingang ist zudem ein Bistro mit Außenterrasse geplant. Das Restaurant „Erbgroßherzog“ soll im Jugendstil eingerichtet werden. Auch einen kleinen Wellnessbereich soll das wiedereröffnete Hotel haben. Doch bis dahin scheint es noch weit.

„Immer wieder kommen Güstrower zu uns rein und erzählen von ihren Erinnerungen mit dem Hotel“, sagt Felicitas Schmidt. „Wir freuen uns, diese alte Kultur wiederbeleben zu können.“

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