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Bauvorhaben in Güstrower Altstadt : Geheimniskrämerei um Klosterhof

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

„Umsetzung des Sanierungs- und Neubaukonzeptes“ diskutieren Stadtvertreter unter Ausschluss der Öffentlichkeit – warum?

von
erstellt am 05.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Für Unverständnis bei Besuchern von Ausschusstagungen in Güstrow Anfang der Woche sorgte ein Tagesordnungspunkt, genauer: dass der nicht öffentlich behandelt wurde. Geht es darin doch um die „Städtebauliche Sanierungsmaßnahme ,Altstadt’ Güstrow – Umsetzung des Sanierungs- und Neubaukonzeptes für den Bereich Klosterhof“. Bei solch einer Formulierung gehört ein Thema üblicherweise in die Öffentlichkeit, erst Recht bei dem Stand der Vorbereitungen für dieses große von der AWG betriebene Projekt. Nachfrage zum Grund der Nichtöffentlichkeit blockte das Bürgermeisterbüro mit dem Verweis ab, es handele sich um ein „privatrechtliches Vorhaben“, und damit gehöre das nicht in die Öffentlichkeit. Das wirft Fragen auf. Schon wird spekuliert, ob mit den Neubauten an der Armesünderstraße etwa begehrte Innenstadtparkflächen verschwinden und es deshalb Zoff gebe, der nur hinter verschlossenen Türen ausdiskutiert werden solle. Oder ob es gar Zweifel an der Umsetzung des Vorhabens gibt?

Nichts davon treffe zu, erfuhr die SVZ, die bei Nichtöffentlichkeit ebenfalls draußen bleiben muss, aus guter Quelle. Vielmehr sei der Stand der Vorbereitungen so weit gediehen, dass alle Förderanträge gestellt sind und man nun auf die Bescheide warte. Genau dies erscheint wohl als Problemfall bei dem sehr komplexen Millionenvorhaben, bei dem ein Schritt in den anderen eingreift. Aus bautechnischer Sicht müsse nämlich zuerst die Sanierung des denkmalgeschützten historischen Baukörpers Pferdemarkt 45 erfolgen, bevor mit den Neubauten begonnen werden kann. Speziell der Altbau stellt offensichtlich einen gewissen Risikofaktor dar, da die Wohnungsbaugenossenschaft mit der Sanierung historischer Gebäude bisher keine Erfahrung hat. Deshalb auch, daran sei erinnert, hatte der Entscheidungsprozess bei dem genossenschaftlichen Unternehmen länger reifen müssen, ehe die Vertreterversammlung das Okay gegeben hat.

Jetzt, so der Insider, müssten die Stadtvertreter beraten, wie das mit der Unwägbarkeit der Fördermittelzusagen verbundene finanzielle Risiko für beide Seiten zu minimieren und zu schultern ist. Solch eine Angelegenheit könne wegen ihrer Komplexität und der vielen damit verbundenen – auch wirtschaftlichen – Aspekte für das Unternehmen nicht öffentlich behandelt werden, heißt es. Eins jedoch wollte der Insider klarstellen: Sowohl die Stadt als auch die AWG stünden weiter fest zu dem Vorhaben.

Im Klosterhof soll ein attraktives Wohnquartier wie gegenüber der „Sonnenhof“ entstehen. Mehr als sieben Millionen Euro sollen dabei mitten in der Altstadt für den Neubau mehrerer Wohngebäude investiert werden. Integriert in das Vorhaben ist die Sanierung des Objektes Pferdemarkt 45. In diesem Jahr soll Baubeginn sein, betonte Bürgermeister Arne Schuldt in seinem Ausblick auf 2017 Anfang der Woche in der SVZ.

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