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Güstrower Anzeiger

23. September 2017 | 02:27 Uhr

Ausstellung : „Geheime Melodien“ bei Barlach

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ab Sonntag neue Ausstellung bei der Barlachstiftung Güstrow: „Der Mann, der die geheimen Melodien hört – Ernst Barlach und die Musik“

Im Jahr ihres 20-jährigen Bestehens widmet die Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow dem Thema „Barlach und die Musik“ ihre Hauptausstellung. Die Retrospektive „Der Mann, der die geheimen Melodien hört – Ernst Barlach und die Musik“ wird vom 25. Mai bis 27. Juli im Ausstellungsforum-Graphikkabinett der Stiftung am Güstrower Inselsee gezeigt. Eröffnung ist kommenden Sonntag um 11.30 Uhr.

Ernst Barlach (1870 bis 1938) gehörte zu den Künstlern, für die Musik eine inspirierende Quelle war, schildert Volker Probst, Geschäftsführer der Barlachstiftung. Musikerlebnisse fließen in zahlreiche Plastiken ein, in Zeichnungen, Taschenbuchskizzen, Druckgraphiken und verstreut in literarische Texte. „Variantenreich bringt er sie zur bildhaften Anschauung.“ Neben Musizierenden zeichnete und modellierte Barlach aber auch Träumende, Empfindsame, Begnadete, die vom heiligen Klang der Töne beseelt sind, denn „musikalische Themen“, teilt er mit, seien für ihn „menschliche Zustände wie andre, ob Bettler, Beter, Sterngucker, Flüchtlinge, Schnarcher, Träumer“. So entstand in der „Vorstellung von der titanischen Persönlichkeit“ Beethovens der „Fries der Lauschenden“ für das Musikzimmer seines Mäzens Hermann F. Reemtsma in Hamburg. Wie in einem Musikstück wollte der Bildhauer seine andächtig Hörenden in ihrer Mimik, in der Sprache ihrer Körper, in ihrer Innerlichkeit und in ihrem Bezug zueinander „zur Harmonie geleiten“. In Güstrow werden die Modelle der Figuren aus den Jahren 1926 bis 1934 gezeigt. Die Lauschenden des Frieses begegnen in der Ausstellung dem „Sänger“ (1931) und der „Frau im Wind“ (1932) aus der „Gemeinschaft der Heiligen“, die der Künstler für die Katharinenkirche in Lübeck schuf. In ihrem Zusammenspiel entwarf Barlach sein Bild der „geheimen Melodien“, welche in Betrachtung der göttlichen Natur von Menschen gehört und gesungen werden.


Mehrmals täglich Klanginstallation


Eine von der Ernst-Barlach-Stiftung in Auftrag gegebene 4-Kanal-Klanginstallation von Mark Polscher mit dem Titel „Blanche Starr“, die auf Barlachs Schöpfungen Bezug nimmt und mit ihnen in einen Dialog tritt, erlebt im Rahmen der Ausstellung ihre Uraufführung. Sie erklingt während der gesamten Dauer der Ausstellung täglich mehrmals. „,Blanche Starr’ lädt die Besucher ein, womöglich einen neuen Zugang zu den ausgestellten Plastiken, Zeichnungen und Druckgraphiken zu finden“, sagt Probst.

Die Ausstellung „Der Mann, der die geheimen Melodien hört – Ernst Barlach und die Musik“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Barlachstiftung Güstrow und dem Kulturbüro des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD). Die ausgestellten Plastiken, Zeichnungen, Druckgraphiken und Taschenbücher Barlachs kommen zum größten Teil aus der Sammlung der Barlachstiftung selbst. Sie werden ergänzt durch Leihgaben aus dem Ernst-Barlach-Haus – Stiftung Hermann F. Reemtsma in Hamburg sowie aus Privatbesitz, so dass in der Ausstellung nahezu 120 Werke Barlachs präsentiert werden können.

Im Rahmenprogramm der Ausstellung findet am Sonnabend dem 24. Mai, um 19 Uhr, ein Konzert des Randers Kammerorchesters aus Dänemark im Ausstellungsforum statt. Unter dem Titel „Musikalische Poesie des Nordens“ erklingen Werke von Carl Nielsen, Anders Koppel und Lars-Erik Larsson. Am 1. Juli um 19.30 Uhr findet im Dom zu Güstrow ein Orgelkonzert mit Angelika und Martin Ohse und ein Vortrag zur Ausstellung mit der Kuratorin Helga Thieme statt. Die Veranstaltung ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Güstrower Kantorei, der Ernst-Barlach-Stiftung und der Goethe-Ortsvereinigung Güstrow.

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