Güstrow : Gegenständliche Fantasiewelten

„Der einfältige Gärtner beim verschönern des Paradieses“, entstanden  2003  Fotos: Veranstalter
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„Der einfältige Gärtner beim verschönern des Paradieses“, entstanden 2003 Fotos: Veranstalter

Gemeinsames Ausstellungsprojekt der Städtischen Galerie Wollhalle und des Stadtmuseums / Vernissage am Sonnabend

svz.de von
03. Dezember 2013, 17:23 Uhr

Malerei und Grafik des Künstlers Claus Müller-Schloen ist ab Sonnabend in der Städtischen Galerie Wollhalle zu sehen. Erstmals handelt es sich um ein gemeinsames Ausstellungsvorhaben der Städtischen Galerie Wollhalle und des Stadtmuseums Güstrow. Zu Vernissage wird Sonnabend um 15 Uhr eingeladen.

Die Präsentation ist eine Werkschau, die im Jahr des 60. Geburtstages des freischaffenden Künstlers Bilder aus drei Jahrzehnten zeigt. Das Spektrum der künstlerischen Arbeiten von Claus Müller-Schloen, ein gebürtiger Leipziger, ist dabei äußerst vielfältig und reicht vom großformatigen Leinwandgemälde bis hin zu nicht mehr als briefmarkengroßen Exlibris. Claus Müller erhielt an der Leipziger Hochschule eine exzellente handwerkliche Ausbildung. Darauf aufbauend konnte er seinen eigenen künstlerischen Weg gehen, wobei Einflüsse der Leipziger Schule durchaus erkennbar bleiben.

Seine gegenständlichen Bildwelten sind Fantasiewelten – traumhaft, mystisch und rätselhaft. Sie geben ihre Geheimnisse nicht auf den ersten Blick preis, wollen dies vielleicht auch gar nicht. Ein Wesenszug seiner Kunst ist eine altmeisterlich anmutende Malweise. Lustvoll und experimentell bedient sich Claus Müller der Formensprache der Renaissance und des Manierismus.

In den Landschaften, Hauptthema seines Schaffens, agieren Figuren oder Figurengruppen, die im Betrachter Assoziationen zur Bildsprache der niederländischen Malerei des 16. Jahrhunderts, wie zu Jan Bruegel d. Ä. oder Pieter Bruegel d. Ä., wecken. Bekleidet mit fantasievollen Kostümen, mitunter auch in zeitgenössischer Aufmachung, scheinen sie sich schwerelos im Raum zu bewegen – feenhaft, skurril, grotesk, provokant, hyperrealistisch. Die Landschaftsdarstellungen mit ihrem Detailreichtum erinnern an Landschaftsbilder von Albrecht Altdorfer.

Neben seinen bildkünstlerischen Arbeiten kann Claus Müller ein umfangreiches grafisches Werk vorweisen. Es umfasst Kupferstiche, Steindrucke und Radierungen, die sich ebenso wie seine Malerei durch eine herausragende handwerkliche Perfektion auszeichnen. Selbst die kleinformatigen Exlibris weisen noch einen schier unglaublichen Detailreichtum auf. Auch hier ist die Landschaft das Hauptthema seines Schaffens.

Die alten Techniken des Steindruckens und Kupferstechens beherrschen heute nur noch sehr wenige Künstler. In Mecklenburg ist Claus Müller der einzige Kupferstecher.

Zur Eröffnung der Ausstellung wird der Künstler über den Entstehungsprozess seiner Gemälde sprechen und die Techniken des Steindruckens und Kupferstechens erläutern –einer Handwerkskunst, die nicht nur in Mecklenburg immer mehr in Vergessenheit zu geraten droht.

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