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Diakonisches Zentrum Serrahn : Gegen die Sucht und für die Seele

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Im März öffnet Haus für suchtkranke Menschen mit zusätzlicher psychischer Erkrankung in Serrahn

Ein Doppel-Diagnose-Zentrum wird in Serrahn eingerichtet. Im März soll es eröffnen. Im ehemaligen Freizeitheim sollen dann Menschen Hilfe bekommen, bei denen neben der Suchterkrankung eine weitere psychiatrische Krankheit diagnostiziert wurde. „Es ist sehr häufig so, dass suchtkranke Menschen auch andere psychiatrische Erkrankungen haben“, erklärt die Psychologin Elke Wichert, die die therapeutische Leitung übernimmt.

„Das Gebäude ist perfekt dafür geeignet. Es verfügt über Einzelzimmer, ist behindertengerecht und es gibt Therapieräume“, sagt die 47-Jährige. Die wirtschaftliche Entwicklung des Freizeitheimes war nicht wie erhofft verlaufen. Im Obergeschoss werde man die dortigen Appartements zu Büros für die Therapeuten umbauen. Damit beginne man in den nächsten Tagen, berichtet Elke Wichert. In dem Haus sollen Menschen aufgenommen werden, die auch die Bereitschaft zur medikamentösen Behandlung der psychischen Erkrankung signalisieren. Ein Suchtmittelentzug muss vorausgegangen sein.

Warum ein Doppel-Diagnose-Zentrum wichtig ist, erklärt Frank Lehmann, Assistent der Geschäftsführung in der Serrahner Diakoniewerk gGmbH. „Oftmals wurde bisher die psychiatrische Erkrankung zu sehr vernachlässigt“, betont er. Der Personalschlüssel ist im neuen Zentrum mit 1:1,5 wesentlich höher als in anderen Wohneinrichtungen der Suchtkrankenhilfe. Und auch die Aufenthaltsdauer in solch einem Haus ist für eine längere Zeit angedacht. So könne man sich viel intensiver mit den Bewohnern beschäftigen, sie ihrem Hilfebedarf entsprechend fördern und fordern, um sie wieder eingliedern zu können. Für die geplanten 17 Bewohner seien elf Mitarbeiter zuständig. „Und diese arbeiten eng zusammen“, betont Frank Lehmann. Den Antrag zur Aufnahme können u.a. Suchtberatungsstellen, Kliniken, gesetzliche Betreuer oder auch der Betroffene selbst beim Sozialamt stellen.

Für die Mitarbeiter der Serrahner Diakoniewerk hat schon die Suche nach Personal für das neue Haus begonnen. „Wir stellen dafür Sozialarbeiter, Ergo- und Arbeitstherapeuten sowie Krankenschwestern ein“, informiert Frank Lehmann.

Elke Wichert, seit 2009 als Psychologin im Serrahner Diakoniewerk – freut sie sich auf ihre neue Arbeit. „Es ist eine schöne Herausforderung, jeden künftigen Bewohner auf seinen persönlichen Weg zu bringen“, sagt sie. 

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