Mehrgenerationenhaus : Gegen Analphabetismus: In Güstrow hilft jeder jedem

Der neue Kursus wendet sich an deutsche Muttersprachler und Migranten, die bereits gut Deutsch sprechen. Geleitet wird der Kursus bei der Güstrower Awo von Inga Schwarz.
Der neue Kursus wendet sich an deutsche Muttersprachler und Migranten, die bereits gut Deutsch sprechen. Geleitet wird der Kursus bei der Güstrower Awo von Inga Schwarz.

Awo in Südstadt bietet neuen Kursus zur Förderung von Lese-, Schreib- und Rechenkompetenz an.

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27. Februar 2018, 12:00 Uhr

Laut einer Studie gibt es in Deutschland zirka 7,5 Millionen funktionale Analphabeten im erwerbsfähigen Alter. Häufig können die Betroffenen einzelne Wörter oder sogar Sätze lesen und schreiben, sind jedoch nicht in der Lage, zusammenhängende Texte zu verstehen. Mitte Januar hat deshalb im Awo-Mehrgenerationenhaus in Güstrow ein Kursus zur Erhöhung der Lese-, Schreib- und Rechenkompetenz begonnen. Unter dem Projektnamen „Mit LuS(t) im Leben“ soll Menschen geholfen werden, die nicht lesen und/oder schreiben können. „Kernkompetenzen in Lesen, Schreiben und Rechnen sind die Basis für ein selbstbestimmtes Leben sowie für gesellschaftliche, berufliche und kulturelle Teilhabe“, unterstreicht Annekathrin Wunsch, Koordinatorin im Mehrgenerationenhaus.

Zurzeit lernen im Kursus unter der Leitung von Inga Schwarz fünf Frauen aus Syrien und Eritrea und ein Deutscher. „Das Angebot richtet sich in erster Linie an Menschen, deren Muttersprache Deutsch ist. Wir weisen keine Migranten ab, jedoch müssen sie bereits gut Deutsch sprechen können. Das ist kein Sprachkursus“, stellt Annekathrin Wunsch klar und ruft Betroffene auf, Schwellenängste zu überwinden und sich einfach auf das Abenteuer einzulassen. „Wir beginnen wirklich mit dem Lesen und Schreiben wie in der 1. Klasse, also von der Pike an. Wir sausen nicht durch den Stoff, sondern achten darauf, dass jeder Teilnehmer mitkommt. Und Spaß haben wir auch dabei“, verspricht Inga Schwarz. Angeboten werden die lockeren Gesprächs- und Lernrunden an jedem Montag und Donnerstag von 9 bis 12 Uhr. Dabei werden die Teilnehmer mit Alltagssituationen konfrontiert, wie beispielsweise Kochen und Backen, sollen Recherche im Internet kennen lernen und befähigt werden, Formulare zu lesen, auszufüllen und zu verstehen.

Das Güstrower Mehrgenerationenhaus hat sich dafür das Jobcenter und regionale Firmen als Kooperationspartner gesucht und wirbt auch in Kindereinrichtungen. Wer sich für „Mit LuS(t) im Leben“ interessiert, kann sich an Annekathrin Wunsch, Telefon 03843/842400, wenden oder sollte persönlich in der Güstrower Südstadt vorbeikommen. „Der Kursus findet im geschützten Raum statt und jeder versucht, dem anderen zu helfen“, beteuert Annekathrin Wunsch.

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