Güstrow : Gefragt: Kraft und Stehvermögen

In diesem Duell bewegte sich das Boot lange nicht vor und nicht zurück, bis der Radau-Dampfer aus Güstrow doch die Hartcorallen aus Parchim wegschieben konnte.
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In diesem Duell bewegte sich das Boot lange nicht vor und nicht zurück, bis der Radau-Dampfer aus Güstrow doch die Hartcorallen aus Parchim wegschieben konnte.

1. Güstrower Indoorcup im Freizeitbad „Oase“ – Zehn Mannschaften beim ersten Rennen der Drachenboote im Sportbad.

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21. Januar 2018, 20:45 Uhr

Unbändige Kraft, diesmal gepaart mit Ausdauer und nicht wie sonst üblich mit Schnelligkeit entschied beim 1. Güstrower Indoorcup im Freizeitbad „Oase“ über Sieg und Niederlage. Zehn Mannschaften stiegen immer wieder in das Drachenboot des Kanusportvereins (KSV) Güstrow und versuchten ihre Gegner niederzuringen. Am besten gelang dies den Wukeys aus der Nähe von Berlin. Sie siegten vor dem Störtalfeierlingen aus Banzkow und dem Team Bismarck aus Güstrow und Mühl Rosin.

Nein, nach Zuckerschlecken sah es nicht aus. Verbissen wurde um jeden Zentimeter gekämpft. Oft endlos erschienen die Sekunden, bis es einer Mannschaft gelang, das Boot voranzutreiben. Vergleichbar mit dem Tauziehen, war hier die gegnerische Mannschaft in Richtung Beckenrand quasi zu schieben. Dabei spritze das Wasser wie wild, so dass nach jedem Fight das Boot wieder trocken gelegt werden musste. Die Idee zu dem Wettkampf hatte der Kanusportverein. „Oase“-Geschäftsführer Holger Schneider war schnell zu begeistern. „Es ist eine tolle Stimmung. Viele Gäste sind da. Sie können auch in den anderen Bereichen das Bades die Wettkämpfe verfolgen“, betonte Schneider und lobte gleichzeitig die tolle Organisation der Veranstaltung durch den KSV. Der hatte schon am Vorabend ein schweres Stück Arbeit zu leisten. Das Drachenboot ist 12,5 Meter lang, wiegt 250 Kilogramm und geht somit nicht durch jede Tür. Über das Außenbecken musste es mit vereinten Kräften ins Wettkampfbecken – 25 Meter lang – bugsiert werden. „Die Anspannung war heute morgen groß“, sagte Vereinsvorsitzender Maik Dieterich am Sonnabend. Aber alles laufe wunderbar, so dass man schneller war, als es der Zeitplan vorgesehen hatte.

Mit zwölf Teilnehmern war z.B. das Güstrow Team Radau-Dampfer gekommen. So konnte man sich abwechseln, bestand eine Mannschaft doch aus vier Männern und vier Frauen. „Das ist richtig spannend. Kraft und Durchhaltevermögen ist alles“, erklärt Michael Utecht. Ganz anders als draußen auf dem Wasser käme man erst einmal gar nicht voran und müsse hoffen, dass beim Gegner die Kräfte nachlassen. Und so feuerte Michael Utecht seine Mannschaft in einem unglaublich kräftezehrenden Duell gegen die Hartcorallen aus Parchim an. Seine Frau saß mit im Boot. „Die ersten 20 Sekunden ging gar nichts. Dann haben wir es doch geschafft“, erzählt sie danach. 56 Sekunden brauchten sie, um das Boot fünf Meter fortzubewegen. Das schnellste Rennen war schon nach neun Sekunden beendet, andere dauerten um die zwei Minuten.

„Wir sind eine Spaßmannschaft und Spaß haben wir“, sagte Marlies Synwoldt von der Diakonie Güstrow in einer Wettkampfpause. „Wir gewinnen an Erfahrung und stärken den Teamgeist und haben einen schönen Tag fernab der Couch“, fügt Katrin Rieger hinzu. Seit neun Jahren ist man beim Drachenbootrennen auf dem Inselsee dabei. „Und das ist hier nochmal was ganz anderes“, betont Christoph Kupke, der es sich als Diakonie-Geschäftsführer nicht nehmen ließ, ebenfalls mit im Boot zu sitzen.

„Der Indoorcup ist eine gute Möglichkeit, auch außerhalb der doch begrenzten Saison für Drachenbootrennen auf unseren schönen Sport aufmerksam zu machen“, betonte zum Abschluss Maik Dieterich und denkt gleich an eine Neuauflage im nächsten Jahr.

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