Feuerwehr : Gefahrguterkundung geht nach Kritzkow

Zwölf Kameraden der Kritzkower Wehr haben bereits die erste Ausbildung für den künftigen Einsatz zur Gefahrguterkundung absolviert.
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Zwölf Kameraden der Kritzkower Wehr haben bereits die erste Ausbildung für den künftigen Einsatz zur Gefahrguterkundung absolviert.

Feuerwehr des Laager Ortsteils übernimmt Aufgabe des Gefahrgutzuges. Kernkomponente verbleibt bei der Feuerwehr Krakow am See.

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26. Mai 2017, 21:00 Uhr

Das Feuerwehrhaus in Kritzkow muss schon wieder erweitert werden. Dabei war ein Anbau erst im vergangenen Jahr eingeweiht worden. Der Landkreis Rostock verteilt die Gefahrengutabwehr auf breitere Schultern. Die Freiwillige Feuerwehr Kritzkow wird künftig die Gefahrguterkundung übernehmen. Damit wird die Freiwillige Feuerwehr Krakow am See mit ihrem Gefahrgutzug zum Teil entlastet. Die Kernkomponente der Gefahrgutabwehr verbleibt aber weiterhin im Luftkurort.


Mit Anbau gleich weitere Platzprobleme lösen


Die Laager Stadtvertreter beschlossen auf ihre Sitzung am Mittwochabend, Geld für einen erneuten Anbau bereit zu stellen. Erst hatte Platz für ein größeres Fahrzeug geschaffen werden müssen. Dadurch wurde in Kritzkow eine Fahrzeughalle frei, die nun als Umkleide und für allerlei Gerätschaften genutzt wird. Dort könnte künftig das Erkundungsfahrzeug – früher ABC, heute CBRN für chemisch, biologisch, radioaktiv und nuklear – Platz finden. Der Schulungsraum würde sich in einen Umkleidebereich wandeln und in einem Anbau würde dann ein größerer Schulungsraum Platz finden. Bei der Gelegenheit soll auch der gesamte Sanitärbereich erweitert werden. Die Kritzkower Wehr ist in den vergangenen Jahren personell stark gewachsen – aktuell 33 aktive Kameraden. Der Sanitärbereich ist schon lange ein Problem, war beim jüngsten Anbau aber nicht berücksichtigt worden. Warum eigentlich nicht, fragte sich u.a. Stadtvertreterin Karin Schmidt (Die Linke). Seinerzeit wäre es „wohl taktisch unklug gewesen“, einigte man sich in der Runde der Stadtvertreter.


Aufgaben verteilen – Leistungskraft sichern


Etwa 215 000 Euro sind für den neuerlichen Anbau geplant. Mit 80 000 Euro würde der Landkreis das Vorhaben unterstützen. Als Träger des Katastrophenschutzes zahlt der Landkreis außerdem für das Unterstellen des CBRN-Fahrzeuges eine jährliche Miete von 1138,80 Euro. Stadträtin Petra Müller unterstrich, dass man zu den Konditionen bereit sei, eine Übertragung der Aufgabe an die Kritzkower Wehr zu unterstützen. „Es ist eine vorbildliche Wehr. Wir sollten das unterstützen“, betonte auch Stadtvertreter Andreas Pieper (CDU-Fraktion).

„Wir müssen die Leistungsfähigkeit der freiwilligen Feuerwehren aufrecht erhalten“, betont Maik Tessin als Sachgebietsleiter Brand-, Katastrophen- und Zivilschutz beim Landkreis Rostock. Deshalb sei es notwendig, Aufgaben zu verteilen. Darin sei er sich mit Remo Schmecht, Wehrführer und Gefahrgutführer in Krakow am See, einig. „Wenn wir mit dem Gefahrgutzug ausrücken und es brennt dann in Krakow am See, wird es eng“, erklärt Schmecht die Situation. Die Leistungsfähigkeit der Wehr und die geografische Lage direkt an der Autobahn sprächen für Kritzkow, betont Tessin. „Wir sehen uns in der Lage die neue Aufgabe zu übernehmen und sind auch stolz darauf, das leisten zu können“, sagt Kritzkows Wehrführer Mark Gerion.

Die Kernkomponente des Gefahrgutzuges verbleibt mit dem Gerätewagen Gefahrgut und weiterer Spezialtechnik in Krakow am See, die Dekontamination von Personen in Langhagen und zwei Ergänzungskomponenten (Chemikalienschutzanzugträger) in Güstrow und Bützow, erklärt Tessin weiter. Ein zweiter Gefahrgutzug des Landkreises gibt es mit Kernkomponente in Bad Doberan und Sanitz, mit Erkundungsfahrzeug in Nienhagen und Chemikalienschutzanzugträgern in Laage und Gnoien.

Mit dem Beschluss der Stadtvertretung beginnt die Planung für den Anbau. Der könnte im nächsten Jahr realisiert werden. Unter Zeitdruck stehe man nicht, betont Tessin.

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