Güstrow : Gedenkfeier und Ehrung am neuen Grab

Der Kammerchor des Brinckmangymnasiums und weitere Gäste der Gedenkveranstaltung
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Der Kammerchor des Brinckmangymnasiums und weitere Gäste der Gedenkveranstaltung

Veranstaltung zum 200. Geburtstag des niederdeutschen Dichters John Brinckman auf Güstrower Friedhof / Plädoyer für Erhalt und Pflege der niederdeutschen Sprache

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04. Juli 2014, 06:00 Uhr

Mit einer Gedenkveranstaltung auf dem Güstrower Friedhof ehrten gestern die John-Brinckman-Gesellschaft, die Barlachstadt Güstrow und das Brinckmangymnasium den niederdeutschen Dichter John Brinckman, dessen Geburtstag sich gestern zum 200. Mal jährte. In seiner Ansprache würdigte Dieter Kölpien, Vorsitzender des Festausschusses „John Brinckman 200“, Leben und Werk des Dichters, der die letzten 21 Jahre seines Lebens in Güstrow verbrachte. In seiner Wahlheimat reifte er zum niederdeutschen Dichter und schuf so bedeutende Werke wie „Kasper-Ohm un ick“, „Peter Lurenz bi Abukir“ oder „Mottche Spinkus un de Pelz“. Seine Erzählung „Dat Brüden geiht üm“ war 1854 bei Opitz & Co. in Güstrow gedruckt worden. Nach dieser Vorlage schuf Wilhelm Wandschneider den Brinckman-Brunnen, der am 3. Juli 1908 eingeweiht wurde. Dieter Kölpien beendete seine Ansprache mit einem Plädoyer für den Erhalt und die Pflege des Plattdeutschen. Der Kammerchor des Brinckmangymnasiums umrahmte die Gedenkstunde mit Liedern in der Feierhalle und am Grab John Brinckmans.

Als einer der ersten Aktionen im Brinckman-Jahr hatten die Güstrower Plattsnacker zu einer Spendenaktion aufgerufen, mit deren Einnahmen die Anlage, die zu den Ehrengräbern der Barlachstadt gehört, saniert werden konnte. Die Steinmetz-Firma Borgwardt hatte eine Grabplatte für Brinckman, die mit den Jahren als verschollen galt, auf eigene Kosten neu angefertigt.

Von diesen und vielen anderen Initiativen in der Barlachstadt zeigte sich Julia Brinckman, die Ururur-Enkelin des Dichters, sehr beeindruckt. „Ich bin sehr bewegt, wie liebevoll und mit welch großem Engagement die Menschen hier meines Ururur-Großvaters gedenken und welch große Kreise sein Werk noch immer zieht“, sagte Julia Brinckman, die als Journalistin bei einer Programmzeitschrift in Hamburg arbeitet.

Ihren Aufenthalt in Güstrow nutzte sie dazu, Gespräche mit Wolfgang Siegmund, dem Vorsitzenden der John-Brinckman-Gesellschaft, und anderen Brinckman-Freunden zu führen. Die Ururur-Enkelin hatte zuletzt Aufmerksamkeit erregt, als sie zwei im Familienbesitz befindliche Jugendbilder von John Brinckman und seiner Frau Elise der Brinckmangesellschaft übergeben hatte. Die Gemälde sind zurzeit in der Ausstellung „Oll Rostock – min oll Vadderstadt!“ im Kulturhistorischen Museum der Hansestadt zu sehen und werden anschließend ihren Platz im Brinckman-Zimmer des Güstrower Stadtmuseums erhalten.

Insgesamt gab und gibt es in der Region fast 50 Veranstaltungen zum 200. Geburtstag John Brinckmans. Gestern Abend hatten die Brinckmangesellschaft und die Hansestadt Rostock zu einer feierlichen Ehrung in das Rathaus seiner Geburtsstadt eingeladen. Am 3. Juli 1814 hatte Brinckman in Rostock das Licht der Welt erblickt.

Eine weitere Ehrung wird es am 10. Juli in der Aula des Brinckmangymnasiums Güstrow geben. Dort wird dem Wahl-Güstrower postum die Ehrenbürgerschaft der Barlachstadt verliehen.










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