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Wolhynier-Umsiedlermuseum Linstow : Gedenken an Opfer von Flucht und Vertreibung

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gedenkstein gestern auf dem Gelände des Wolhynier-Umsiedlermuseum in Linstow eingeweiht

von
erstellt am 17.Mai.2015 | 16:31 Uhr

Großer Bahnhof gestern Nachmittag in Linstow. Neben Justizministerin Uta Maria Kuder ließ es sich auch ein Abgesandter der Ukrainischen Botschaft in Berlin nicht nehmen, der Enthüllung eines Gedenksteines für die Opfer von Flucht und Vertreibung beizuwohnen.

Vor 100 Jahren, daran erinnerten gleich mehrere Redner, waren deutsche Kolonisten aus der westlichen Ukraine beim Anrücken der Front des Ersten Weltkrieges nach Sibirien deportiert worden. Nach der Umsiedlung ins Wartegau 1940 und erneuter Vertreibung nach Ende des Zweiten Weltkrieges kamen 73 Familien nach Linstow, wo sei eine neuen Heimat fanden. Hier richteten sie nach der Wende das Wolhynier-Umsiedlermuseum ein. Auf dem Gelände des Museums soll nun der Stein nicht nur an das Unrecht im vergangenen Jahrhundert erinnern, sondern auch für das aktuelle Weltgeschehen mit Kriegen, Flucht und Vertreibung stehen. „Wir stehen heute in der Verantwortung für Frieden, dafür ,dass es nie wieder zu einem Weltkrieg kommt. Dazu muss man die Geschichte kennen“, formulierte Johannes Herbst, Vorsitzender des Heimatvereins, der das Wolhynische Heimatmuseum betreibt.

Neben den immer weniger Zeitzeugen, die erzählen können, bedarf es „Orte des Gedenkens und der Mahnung, Orte, die Geschichte über alle Zeit hinaus dokumentieren“, betonte Ministerin Kuder. „Wir wollen hier den wolhynischen Familien und ihrer Geschichte gedenken“, fügte sie hinzu. Und: Wieder seien Millionen Menschen vor Krieg und Gewalt auf der Flucht. „Auch diesen Flüchtlingen können und müssen wir helfen. Dazu brauchen wir eine offene Willkommenskultur“, betonte Kuder. Olek Mirus, Gesandter der Botschaft der Ukraine, sei gestern gern nach Linstow gekommen. Er wünscht sich viele Kontakte zwischen Deutschen und Ukrainern – auf höchster Regierungsebene und unter einfachen Menschen.

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