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Güstrower Anzeiger

22. November 2017 | 00:19 Uhr

Mauerfall : Gedenken an friedliche Revolution

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Kommenden Montag Übergabe Erinnerungstafel an Güstrower Demonstration / Friedensgebet im Dom und Gespräch mit Zeitzeugen

Rund 20 000 Bürger aus Güstrow und Umgebung waren am 27. Oktober 1989 dem Aufruf des Neuen Forums zu einer Demonstration für eine echte politische Wende in der DDR gefolgt. Es war in Güstrow die erste Massendemonstration gegen die bestehenden Verhältnisse, und sie stellte einen für den Norden der DDR wichtigen Beitrag zur friedlichen Revolution dar.

Zum 25. Jahrestag der Güstrower Demonstration übergibt der Kunst- und Altertumsverein Güstrow der Öffentlichkeit am kommenden Montag um 18.30 Uhr auf dem Franz-Parr-Platz eine Erinnerungstafel. Das Werk des Künstlers Jörg Herold (Leipzig und Rothspalk) wird am Amtsgericht angebracht, das damals Sitz der SED-Kreisleitung und Ziel der Kundgebung gewesen ist.

Erinnerung: Gegen Ende der Demonstration vor 25 Jahren haben die Menschen brennende Kerzen auf den Fenstersimsen und auf der Außentreppe der SED-Kreisleitung abgestellt. Die Rauch- und Wachsspuren waren bis zur Sanierung des Gebäudes vor zwei Jahren noch gut zu erkennen.

Angeregt durch einen der damaligen Demonstranten konnte der Kunst- und Altertumsverein erreichen, dass an einer Stelle diese Spuren erhalten blieben. Die Arbeit von Jörg Herold, die den Titel „27. 10. 1989“ trägt, integriert die realen Spuren, setzt sie zu diesem Datum und zu dem historischen Ereignis in Bezug, indem sie eine Schwarz-weiß-Fotografie des Zeitzeugen Eckhard Sturz verwendet. Die Gesamtkosten von 5000 Euro konnten aus Spendenmitteln, überwiegend von Güstrower Bürgern, aufgebracht werden.

Wieder einmal in Güstrow sein wird aus diesem Anlass am Montag auch die Lübzinerin Heidemarie Beyer. Die Mitorganisatorin der Demo vor 25 Jahren (siehe Beitrag unten) und spätere SPD-Landtagsabgeordnete sieht „viel erreicht von den damaligen Vorstellungen von freien Wahlen, Demokratie, Freiheit, Umweltpolitik oder Bildungspolitik“.

Burkhard Krause, ebenfalls „Mann der ersten Stunde“, will kommenden Montag „selbstverständlich“ wieder dabei sein, wenn an das Ereignis erinnert wird. „Das ist doch ein wichtiger Termin“, sagt der Güstrower, der heute in der Kreisverwaltung tätig ist. Blicke er zurück, erfülle ihn die Zeit nach der Wende mit Zufriedenheit. „Es wird immer Dinge geben, die nicht jedem gefallen. Jede Gesellschaftform hat Vor- und Nachteile, auch eine Demokratie funktioniert nicht von alleine. Der Bürger ist angehalten, sich einzubringen, erst recht, wenn man meint, Dinge müssten sich ändern.“

Nach der Übergabe der Gedenktafel am 27. Oktober findet um 19.15 Uhr im Dom ein Friedensgebet statt. Anschließend gibt es im Gemeindehaus am Domplatz 6 Gelegenheit zum Gespräch mit Zeitzeugen.

 

Auskunft erteilen:
Regina Erbentraut, r-erbentraut@t-online.de

Heidemarie Beyer, 038481/20985

Ingbert Gans, 03843/842413 kav-guestrow@t-online.de

 

 







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