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Güstrower Anzeiger

19. November 2017 | 09:52 Uhr

Geburtshaus in Asche versunken

vom

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erstellt am 03.Feb.2012 | 08:23 Uhr

Gross Breesen | Gerd Brandenburg und sein Sohn Jan denken immer noch, dass sie schlecht geträumt haben. Aber auch gestern war des Feuer, das in der Nacht ihr Haus in Groß Breesen bis auf die Grundmauern niederbrannte, bei ihnen allgegenwärtig. "Warum? In dem Haus bin ich 1958 geboren. Jetzt ist es in Asche versunken", erzählte ein geschockter und verbitterter Gerd Brandenburg.

Gegen 18.30 Uhr loderten die ersten Flammen. Der 53-Jährige und sein 15-jähriger Sohn versuchten das Feuer zu löschen, auch Nachbarn sprangen ihnen mit Feuerlöschern zur Seite. Inzwischen war die Feuerwehr alarmiert. Die Gutower Wehr kam als Erste. Danach folgten sechs weitere: Güs trow, Bellin, Zehna, Klein Upahl, Lohmen und Krakow am See. Letztere rückte mit dem Gefahrgutzug an, weil die zwei Heizöltanks geborsten waren. Ebenfalls im Einsatz war die Schnelle Einsatzgruppe des DRK. Sie baute ein Zelt auf und versorgte die 70 Kameraden bei der Kälte mit warmem Tee. Der klirrende Frost war auch das Problem. Uwe Frankowski, stellvertretender Amtswehrführer und Einsatzleiter: "Das Wasser bereitete uns Sorge. In Groß Breesen gibt es kein Hydrantennetz. Der Löschwasserteich gegenüber dem Haus ist zugewachsen. Den wir fanden, da müssten wir erst das Eis aufsägen. Außerdem froren uns Schläuche zu. Durch die Kälte bekamen wir die Drehleiter auch nicht gleich in Gang. Aber bei solch extremen Situationen ist das nicht anders."

Gutows Wehrführer Martin Poppe gehörte zu den Ersten, die in Groß Breesen ankamen. "Wir öffneten das Dach. Da hatte sich das Feuer im Dachstuhl schon ausgebreitet." Poppe meinte gestern, dass die erste Information irreführend war: "Das Stichwort hieß Schuppenbrand. Wenn man aber von vornherein weiß, dass es ein Haus ist, rückt man mit ganz anderen Kräften aus." Ein weiteres Problem war das auslaufende Öl. Frankowski: "Deshalb haben wir das Umweltamt sowie den Wasser- und Abwasserzweckverband hinzugezogen, weil in der Nähe ein Brunnen ist. Unser Glück war aber der gefrorene Boden." Trotzdem sei eine Rostocker Spezialfirma gerufen worden, die das Öl abgepumpt habe, so der Einsatzleiter. Gestern gegen 6 Uhr war der Einsatz beendet.

Die Kripo war vor Ort, ebenso gestern ein Brandursachenermittler. Die Polizei beziffert den Schaden auf mehr als 100 000 Euro. Aber für Gerd und Jan Brandenburg ist er nicht zu ermessen. "Wir haben alles verloren", trauert Gerd Brandenburg seinem Leben nach, das er in diesem Haus 53 Jahre verbracht hat. Über das Wochenende sind beide bei Nachbarn untergebracht. Die Gemeinde hat eine Wohnung angeboten. "Beide können nach Zehna ziehen", sagt Bürgermeister Fred Lange. Das Amt Güstrow-Land organisierte Kleidung. Lange: "Das Amt kümmert sich auch um erste Möbel. Wir lassen die Brandenburgs nicht allein."

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