Thema Müllabfuhr : Gebühr für Tausch der Tonne?

Thema Müllabfuhr: SVZ-Leserin mit neuem Aspekt der Gebührenumstellung konfrontiert

von
20. Januar 2016, 18:30 Uhr

Von 2000, manchmal sogar bis zu 4000 Anrufen täglich spricht der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft bei der Kreisverwaltung seit Jahresbeginn. Fragen über Fragen von Bürgern zur neuen Gebührensatzung, die beantwortet sein wollen. Fünf zusätzliche Mitarbeiter hat der Betrieb den zwei Stamm-Telefonkräften schon zur Seite gestellt. Doch die Telefon-Odyssee hört noch nicht auf. So rief Peter Bewersdorf aus Serrahn verzweifelt bei der SVZ-Lokalredaktion an, sich Rat erhoffend. Wie bisher hat sein Zweipersonenhaushalt die 80-Liter-Tonne. Und der Gebührenbescheid führt eine wie bisher zweiwöchentliche Leerung auf – für 154,97 Euro. „Das sind mehr als 60 Prozent Gebührensteigerung“, schimpft der Serrahner und denkt auch, dass mancher schon aus Gutgläubigkeit oder auch Bequemlichkeit nicht auf den vierwöchentlichen Abfuhrzyklus umsteigt. „Ein Schelm, wer sich da was denkt“, argwöhnt Herr Bewersdorf, dass diese Bürger dann für etwas bezahlen, was sie schlichtweg gar nicht benötigen würden.


Landkreis reagiert nach SVZ-Anfrage umgehend


Neben einem Widerspruch mit gleichzeitiger Beantragung des finanziell günstigeren Abfuhrrhythmus kann in vielen Fällen auch der Umstieg auf eine andere Tonnengröße zum Sparen beitragen. Dies strebt unsere Leserin Irmtraut Loose an. Doch auch sie versuchte tagelang vergeblich den telefonischen Weg. Also machte sich die Karowerin persönlich auf zum Eigenbetrieb nach Güstrow An der Schanze, um eine größere Tonne für den Vierwochenzyklus zu bestellen. Dort sei sie auch rasch und unproblematisch bedient worden, berichtet die Rentnerin. Stutzig wurde sie aber, als sie beim Verlassen des Büros, die Türklinke schon in der Hand, noch den Zuruf vernahm: „Denken sie bitte auch an die 16,68 Euro Tauschgebühr!“

„Kann das denn sein?“, überlegte unsere Leserin – und stand mit dieser Frage in unserer Redaktion. Ein Blick in die Gebührensatzung offenbart das, was der Landkreis bisher mit keinem Wort andeutete: „Werden Abfallbehälter ausgeliefert oder zurückgeholt, sind für jede Beförderung folgende Gebühren zu entrichten: a) für einen festen Abfallbehälter bis 240 l Füllraum 16,68 Euro…“ Nur die „erstmalige Bereitstellung bei Beginn oder die Abholung bei Beendigung der Anschlusspflicht ist gebührenfrei“. Da der letzte Satz offenkundig nicht zutrifft, wären also tatsächlich Gebühren für den Tonnentausch fällig – und dies sogar (siehe Satz eins!) sogar doppelt: 33,36 Euro.

Der Landkreis, am späten Dienstagabend von der SVZ mit diesem Sachverhalt konfrontiert, reagierte umgehend. „Für die erstmalige Bereitstellung einer neuen Tonne im Zusammenhang mit der Gebührenumstellung wird die Tauschgebühr bis zum 31. März 2016 ausgesetzt“, erklärt Sprecher Kay-Uwe Neumann am Mittwoch.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen