Güstrower Kneipentour : Gebremste, handgemachte Musik

Guido Kamps (r.) und Olaf Hasenpusch von The Jukeboys heizten im Schnick Schnack den Gästen ein.  Fotos: sieglinde seidel
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Guido Kamps (r.) und Olaf Hasenpusch von The Jukeboys heizten im Schnick Schnack den Gästen ein. Fotos: sieglinde seidel

„KneipenKultTour“ lockte Musikfreunde durch die Güstrower Innenstadt. Gäste bedauern: Nur wenige Kneiper noch dabei.

svz.de von
29. März 2016, 05:00 Uhr

Wer in der beginnenden Sonnabendnacht durch die Kreisstadt spazierte, konnte es deutlich hören: Aus manchen Kneipen schallte Musik bis auf die Straße. Kein Wunder, die Kneipen-Kult-Tour kam in die Gänge. Auch wenn nur fünf Lokalitäten daran teilnahmen, die Gäste genossen die Live-Musik unterschiedlichster Stilrichtungen.

„Es ist immer wieder schön. Man trifft viele Leute, die man sonst nicht so oft sieht“, sagte Andrea Lambert-Berg im „Barocktikum“. Hier trat zuerst die Gruppe „Igelei“ aus Güstrow auf. Sänger Oliver Maruhn freute sich auf seinen Auftritt. „Wir haben schon ein Weihnachtskonzert hier gespielt und werden auch bei den MV-Tagen auftreten“, erzählt er. Am Tisch sitzen André Rohloff, Nadine Höppner und Stephan Koberg und warten auf den ersten Titel der Band, die sich den klassischen Rock auf die Fahnen geschrieben hat. „Zur Kneipentour sind wir immer dabei. Die lassen wir uns nicht entgehen“, sagen sie. Später am Abend tritt noch „Dig.Wah“ auf.

An der zweiten Station, im „La dolce Vita“, waren ganz andere Klänge zu hören: von der Rolling-Stones-Coverband „Heart of Stones“. Unterwegs waren hier auch Bernd und Angela Kopelke mit einigen Freunden. „Wir möchten gute Musik hören und Leute treffen“, sagen sie. Für Sybille Drews als Inhaberin des Restaurants bedeutet so ein Abend auch großen Aufwand. „Wir müssen alle Tische und Stühle wegräumen“, erzählt sie. Noch in der Nacht wird dann alles wieder an Ort und Stelle gerückt, damit der normale Gaststättenbetrieb am kommenden Tag laufen kann. „Doch es ist schade, dass nur noch so wenig mitmachen“, sagt Sybille Drews. Sie nimmt seit vier Jahren an der Aktion teil und findet sie „eine gute Geschichte“ für Güstrow.

Das finden auch Thomas Hensel und Thomas Roloff, die beiden Initiatoren, die natürlich auch in ihrer Gaststätte „Schnick Schnack“ Live-Musik boten. Sie hätten gern mehr Mitstreiter und überlegen derzeit, woran es liegen könnte. „Aber es wird schon weitergehen“, machen sie sich und den Gästen Mut, dass es sicher auch ein nächstes Mal geben wird. In diesem Jahr hatten sie die Gruppe „Jukeboys“ eingeladen, die Musik der 50er- und 60er-Jahre boten.

Einen Querschnitt von aktuellen und älteren Titeln bot die Gruppe „Play it again“ im „Heizhaus“. Für Olav Paarmann als Betreiber ist die Teilnahme selbstverständlich. „Ich weiß gar nicht, woran es liegt, dass so wenige nur noch mit dabei sind“, sagt er. Es sei doch ein Konzept, das gut funktioniere, so seine Meinung.

Ebenso funktioniert die Absprache der teilnehmenden Lokale. So bildet der Studentenkeller „Stuk“ traditionell den Abschluss für Nachtschwärmer. Hier begann die Musik erst Mitternacht – die Gruppe „Sconehead“ spielte auf. Wer wollte, konnte also bis weit in den Morgen handgemachte Musik genießen – hören und Freunde treffen.


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