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Prozess : Gaunerpärchen zu hohen Haftstrafen verurteilt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Das Landgericht Rostock verurteilte gestern Carmelina H. (22) aus Stäbelow zu einer Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren und ihren Mitangeklagten Carsten W. (26) aus Güstrow zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Das Gaunerpärchen wurde des gemeinschaftlichen Betruges in 64 Fällen für schuldig befunden. Für Carsten W. kamen zusätzlich 13 Fälle, die er alleine beging, hinzu. Rund 30 000 Euro kassierten sie durch ihre Betrügereien von Bürgern aus dem gesamten Bundesgebiet.

„Beide lebten in den Tag hinein“, sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. Von Arbeit hielten sie nicht viel. Wenn ihnen auf ihrer Tour 2011 bis 2013 durch halb Europa das Geld ausging und Vater Jochen W. aus Güstrow ihnen auch nicht mehr unter die Arme greifen konnte oder wollte, suchten sie ein Internet-Café auf, meldeten sich mit falscher Identität an, stellten Fotos von elektronischen Geräten ins Netz, blieben dabei unter dem handelsüblichen Preis und kassierten, ohne auch nur ein Gerät an die geprellten Kunden zu schicken. Zuerst gingen die Gelder auf das Konto der Carmelina H. ein, als das zu heiß wurde, überzeugten sie Jochen W., sein Konto zur Verfügung zu stellen und sie scheuten sich auch nicht, Freunde zu überreden, ihre Betrügereien mitzumachen. In Güstrow endete ihre Reise. Seit April sitzt Carsten W. in Untersuchungshaft, Carmelina H. wurde zeitweilig festgenommen.

Nach anfänglicher Zurückhaltung hätten beide ein Geständnis abgelegt, sagte der Richter, dem aber eine durch das Gericht vorgeschlagene Verständigung vorausgegangen war. Beide Angeklagte hätten viele Menschen geschädigt; der Richter sprach von einem Massenbetrug. Die Geldbeträge, die sie den Geschädigten abnahmen, beliefen sich zwischen 300 und 700 Euro.

Beiden Angeklagten wurden die Geständnisse zu Gute gerechnet. Ihre zahlreichen einschlägigen Vorstrafen, dass sie Dritte in ihre Betrügereien mit hineinzogen und ein hoher Schaden entstanden ist, fiel zu ihren Ungunsten aus. Bei Carsten W. kam hinzu, dass er trotz bisheriger Haftstrafen nichts gelernt habe. Beide Angeklagten müssen zu den hohen Gerichtskosten auch noch mit erheblichen Folgen durch Zivilprozesse ihrer betrogenen Kunden rechnen. Und für Carmelina H. wird es besonders hart. Sie muss möglicherweise ihre angehende Schwangerschaft im Gefängnis verbringen.

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