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Einmalige Technik aus Güstrow : Gas und Strom aus Rüben

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Neue Technik in Lalendorf: Gemeinsam mit Experten der Universität Rostock sei es gelungen, ein Verfahren zur Gewinnung von Biogas und Elektroenergie aus Zuckerrüben zu entwickeln. Die Technik ist in Europa einmalig.

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erstellt am 26.Jan.2012 | 10:14 Uhr

Güstrow | Zuckerrüben werden in einem neuen Werk in Lalendorf bei Güstrow (Landkreis Rostock) künftig zur Energiegewinnung genutzt. Gemeinsam mit Technikern und Wissenschaftlern der Universität Rostock sei es gelungen, aus Zuckerrüben Gas und später Elektroenergie zu erzeugen, sagte gestern Lutz Golz, Finanzvorstand der Norddeutschen Rüben AG und Investor der neuen Anlage. Diese Technologie sei in Europa einmalig. In die Pilotanlage, die in diesen Tagen in Betrieb genommen wird, seien 1,7 Millionen Euro investiert worden. Die Norddeutsche Rüben AG mit Sitz in Waren/Müritz hatte sich 2007 unmittelbar nach Bekanntwerden der Schließung der Zuckerfabrik in Güstrow gegründet. "Viele Landwirte wussten plötzlich nicht mehr, wohin mit ihren Rüben." Daraufhin sei es zur Entscheidung für einen Fabrikneubau gekommen.

Zuvor wurde gemeinsam mit Wissenschaftlern das Verarbeitungsverfahren zur Gewinnung von Gas und Elektro energie entwickelt. Dazu mussten Rüben ohne nennenswerte Verluste langfristig gelagert werden. Die klassische Verarbeitung in den Zuckerfabriken erstrecke sich über lediglich vier Monate. "Im Lalendorfer Werk hingegen werden ganzjährig Rüben benötigt", betonte Golz. Jetzt werden die Zuckerrüben nach einem neu entwickelten Verfahren zu Mus verarbeitet. 30 000 Tonnen dieser Masse kommen dann in einem mit Spezialfolie ausgelegten Erdwall. Das Mus wird dann in Fermentern erhitzt und zu Biogas umgewandelt. Der Strom daraus ist speziell für Wohnungen sowie die Schule und Sporteinrichtungen in der Gemeinde", sagte Golz. Bewährt sich die Technologie, soll die Strommenge 2013 bereits verzehnfacht werden. Die Energie wird ins öffentliche Netz eingespeist. Die Wemag als regionaler Energieversorger plant, die Leitungen dafür auszubauen. Inzwischen haben sich 35 Landwirte als Aktionäre dem Unternehmen angeschlossen. Die Norddeutsche Rüben AG will weitere Anlagen auch in anderen Teilen von MV errichten.

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