Güstrow : Gartenabfälle verschandeln Wald

Gleich am Waldrand nur wenige Schritte jenseits der Gartenanlagen türmt sich zwischen den Bäumen der Gartenabfall.
Foto:
1 von 1
Gleich am Waldrand nur wenige Schritte jenseits der Gartenanlagen türmt sich zwischen den Bäumen der Gartenabfall.

Dettmannsdorferin beklagt sich über Müllablagerungen – schwarze Schafe unter den Kleingärtnern?

von
09. August 2016, 05:00 Uhr

Wer aus dem Ziegeleiweg kommend in Richtung Bockhorst spaziert, möchte sich vermutlich an frischer Luft bewegen und dabei die Natur genießen. Das fällt gerade dieser Tage nicht ganz leicht. Sind die beiden Gartenanlagen durchschritten und ist der Wald erreicht fällt rechter Hand der Blick auf allerlei pflanzlichen Unrat, der kurzerhand im Wald abgekippt wurde und zwar gleich auf den ersten Metern. Angelika Pohle regt so etwas auf. „Ich gehe mit dem Hund spazieren und nehme selbstverständlich Tütchen mit und andere Leute kippen bergeweise Gartenabfälle in den Wald“, beklagt sich die Dettmannsdorferin. Eine Lösung hat sie nicht parat. Man könne immer wieder nur an die Vernunft appellieren, aber ob das hilft?

Sicher, so räumt Angelika Pohle ein, gibt es den Wertstoffhof in der Nähe in Rövertannen nicht mehr. Aber es gäbe ihn im Industriegelände. „Jeder hat also die Möglichkeit seinen Unrat loszuwerden“, stellt die Dettmannsdorferin fest. Sie habe schon Leute, die ihr mit Schubkarre begegneten, angesprochen und dumme Antworten bekommen. Naheliegend sei, dass die Übeltäter Parzellen in den Kleingartenanlagen bewirtschaften.


Kleingärtner wünschen hartes Durchgreifen


„Gut, dass die SVZ das Problem aufgreift. Auch mich ärgert es unheimlich“, sagt Mario Schulz, Vorsitzender der Kleingartenanlage „Am Waldessaum“. Es falle schließlich auch auf die Kleingärtner in seiner Anlage zurück. Dagegen wehrt er sich. Linker Hand sei alles sauber. Darauf würde er achten. Müllablagerungen gebe es in seiner Anlage nicht. Doch müsse man immer wieder beobachten, wie Kleingärtner aus der Nachbaranlage ihren Abfall in den Wald karren. Auch Dettmannsdorfer würden wohl ihren Beitrag leisten, vermutet Mario Schulz und wünscht sich ein hartes Durchgreifen durch das Ordnungsamt der Stadt.

Den Vorwurf an die benachbarte Gartenanlage „Am Stadion“ – rechter Hand des Weges – möchte Vereinsvorsitzender Klaus-Dieter Zucker so nicht stehen lassen. „Ich weiß, dass es unter den Kleingärtnern auch schwarze Schafe gibt, die das Zeug einfach verkippen“, räumt er ein. Bei jeder Versammlung würde er das Problem ansprechen. Doch seine Worte würden immer wieder verhallen. Wenn der Kommunale Ordnungs- und Sicherheitsdienst mal jemanden auf frischer Tat ertappen und eine empfindliche Strafe verhängt werden könnte, würde das vielleicht helfen, meint Klaus-Dieter Zucker und ist überzeugt, dass es auch in der gegenüberliegenden Gartenanlage schwarze Schafe gebe.

Nach SVZ-Anruf bei der Stadtverwaltung nahm diese den Hinweis auf und musste nach Besichtigung vor Ort den unhaltbaren Zustand bestätigen. „Wir werden mit den Vorständen der Kleingartenvereine sprechen“, kündigt Stadtsprecherin Karin Bartok an. Die müssten auf ihre Mitglieder einwirken. Auch die Stadt appelliere an die Bürger Unrat ordnungsgemäß zu entsorgen. Auch wenn es wie ein Kampf gegen Windmühlen anmute, man „müsse immer dranbleiben“, so Bartok. Man wolle außerdem prüfen, wie weitere Ablagerungen verhindert werden könnten. Poller, die den Autoverkehr unterbinden, gebe es bereits. Ziel könne es auch nicht sein, den Weg in den städtischen Wald ganz dicht machen. Vielleicht finde man eine Absperrung, die ein Passieren mit Schubkarre unmöglich macht.

Wird kein Verursacher ermittelt, bleibe der Stadt nichts anderes übrig, als den Unrat mit Steuergeldern, also auf Kosten aller, entsorgen zu lassen, betont die Stadtsprecherin. Selbstverständlich werde man an der Stelle wieder für Ordnung sorgen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen