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Zur Neuen Sommersaison : Gänsedreck trübt Badespaß am Güstrower Inselsee

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gänsekot nervt und bringt gesundheitliche Risiken mit sich / Schutzzäune am Wasser nicht abknicken!

svz.de von
erstellt am 21.Mai.2015 | 04:00 Uhr

Hier scheint die Natur noch in Ordnung zu sein – diesen Eindruck vermitteln auf den ersten Blick die Scharen von wilden Gänsen auf dem Inselsee. Besonders gern tummeln sich diese am Badestrand von Güstrow. Sehr zum Leidwesen der Rettungsschwimmer der DRK-Wasserwacht und des Hausmeisters vom Kurhaus, die den Badestrand pflegen.

Denn wie verdreckt eine Wiese aussieht, wenn eine Schar Gänse dort gegrast hat, weiß wohl jeder. „Als erstes sammeln wir morgens immer den Gänsedreck vom Rasen, der in Wassernähe immer wieder aufs neue massenhaft herum liegt“, sagt Christian Möller von der DRK-Wasserwacht. Dies sei eigentlich nicht die Aufgabe der Rettungsschwimmer, aber sie tun es den Badegästen zuliebe, sagt er. „Wir versuchen schon, an der Badestelle alles so sauber wie möglich zu halten.“ Natürlich seien auch sie Naturfreunde, betonen die Rettungsschwimmer. Doch entwickle sich die ständig wachsende Gänseschar am See langsam zu einem Problem. Und dies nicht nur, weil der massenhafte Kot der Tiere an einem Badestrand unappetitlich ist, sondern weil er auch gesundheitliche Gefahren mit sich bringt.

„Im Kot der Gänse sind Coli-Bakterien und andere Fäkalstoffe enthalten, durch die der Mensch sich mit Krankheiten infizieren kann“, sagen die Rettungsschwimmer. Auch im Wasser bringe dies Gefahren. „Wenn die Wasserkontrolleurin vom Gesundheitsamt Proben nimmt und vor der Badestelle schwimmt ein Schwarm Gänse rum, ist die Wasserqualität dahin“, ärgert sich Christian Möller.

Dabei habe der Inselsee ansonsten eine gute Badewasserqualität, sagt er. Als verzweifelten Versuch, etwas gegen die Gänseplage zu tun, habe man im letzten Jahr am Badestrand kleine Plastezäune aufgestellt. „Sie sollen die Gänse davon abhalten, an Land zu kommen und sie dazu animieren, auch mal woanders am See nach Futterstellen zu suchen“, so Möller. Allerdings weiß er, dass es rund um den See immer weniger Stellen ohne Schilf und mit kurz gehaltenem Gras gibt, wie es Gänse mögen. Und die Gänsemütter haben auch schon einen Trick gegen die Minizäune entwickelt, sagt er. „Die Gänse legen sich auf den Plastezaun, lassen die Küken über ihren Rücken aufs Gras laufen und laufen dann hinterher“, erzählt er.

Gar nicht begeistert sind die Rettungsschwimmer davon, wenn Badegäste aus falsch verstandener Tierliebe die Plastikzäune abknicken, um so den Gänsen den Zugang zum Rasen an der Badestelle zu erleichtern. Das bringe mehr Schaden als es nutzt.

 

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