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Airport Rostock-Laage : Gähnende Leere auf Rollfeld

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Heute Start der Bauarbeiten am Flughafen Rostock-Laage. Drei Wochen kein Flugverkehr. Zeitplan eng gestrickt.

Seit heute ist der zivile und militärische Flugbetrieb auf dem Flughafen Rostock-Laage für die nächsten drei Wochen komplett lahm gelegt. Bis 12. Mai gibt es keine Starts und Landungen. Grund sind Sanierungsarbeiten an den Übergangsbereichen zur Start- und Landebahn sowie an der so genannten Überrollstrecke, informierte gestern Oberstleutnant Gero von Fritschen, Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“, auf SVZ-Nachfrage. Die Luftwaffe ist Platzherr des Airports, der – in Deutschland einmalig – für zivile als auch militärische Zwecke genutzt wird.

Die von der Luftwaffe initiierten Baumaßnahmen treffen auch den Zivilflughafen. 70 Charter- und Linienflüge müssen ausfallen, sagt Airport-Verkehrsleiter Andreas Ungar. „Allerdings war dieser Termin langfristig mit der Luftwaffe und auch mit unseren Airlines abgestimmt. Wir begrüßen die Maßnahmen, weil sie der Sicherheit des Flughafens dienen“, so Ungar. „Zudem konnten wir noch das Ostergeschäft bedienen und steigen pünktlich zum Beginn des Kreuzfahrtgeschäftes am Flughafen wieder ein.“ Der Zeitplan ist jedoch eng gestrickt. Bereits am 12. Mai, dem anvisierten Ende der Bauarbeiten, soll mittags wieder die erste Linienmaschine aus München in Laage landen. Und schon einen Tag später beginnt das Kreuzfahrtgeschäft. Dann wird die erste Maschine der Saison mit italienischen Touristen erwartet, die in Warnemünde ihr Schiff besteigen. Die Starts und Landungen der Kreuzfahrttouristen in Laage sind immens wichtig für den Airport. Von Mitte Mai bis Anfang September rechnet Verkehrsleiter Ungar mit 70 000 bis 80 000 Passagieren.

Die Bauarbeiten an der Start- und Landebahn nutzt die Flughafengesellschaft auch für eigene Arbeiten. „Wir erneuern die Entwässerung im Vorfeldbereich der Startbahn. Das wäre bei laufendem Betrieb nicht möglich gewesen“, sagt Andreas Ungar. Ebenfalls werden der Gastro-Bereich umgebaut und der Duty-Free-Shop vergrößert. Das Laager Terminal mit seinen Reisebüros ist auch während der Arbeiten weiter täglich von 10 bis 16 geöffnet.

Unterdessen hat die Luftwaffe 14 ihrer Eurofighter mit 250 Soldaten von Laage nach Holzdorf südlich von Berlin verlegt, um während der Bauarbeiten dort den Übungsbetrieb aufrechtzuerhalten. „Natürlich müssen auch wir Einschränkungen hinnehmen, aber die Baumaßnahmen sind notwendig“, sagt Kommodore von Fritschen. Die Zufahrten zur Start- und Landebahn hätten Risse gehabt, ebenso die Überollstrecke. Hier wird jeweils die Decke erneuert. Wichtig für den militärischen Bereich: die Sanierung der so genannten Fangseilbalken, die einen Kampfjet bei Bremsversagen auffangen können. „Über diese Fangseilbalken rollen auch die schweren Passagiermaschinen. Das führt im Laufe der Zeit zu Verformungen“, erklärt der Oberstleutnant. In den nächsten Wochen sollen zudem zwei Feuerwehrzufahrten auf dem Rollfeld erneuert werden.

„Das ist viel Arbeit für drei Wochen. Aber ich bin optimistisch, dass wir in dieser Zeit alles erledigen können“, sagt der Kommodore. „Alle Maßnahmen dienen der militärischen und zivilen Flugsicherheit.“  

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erstellt am 24.Apr.2017 | 20:45 Uhr

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