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Güstrow: 1. Brasilianisches Brunnenfest : "Futuru Schafares" und viel Symbolik

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Fast auf den Tag genau vor einem Jahr war der von dem brasilianischen Weltbürger und Künstler Adeleo Sarro vor dem ehemaligen Herrenhaus geschaffene Brunnen eingeweiht worden.

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erstellt am 21.Jul.2013 | 07:56 Uhr

Neu Sammit | Das Wetter passte gestern perfekt: Zu "brasilianischen Temperaturen" begrüßte Raphaela Rolfs, Vorsitzendes des christlichen Trägervereins der Kinder- und Jugendbegegnungsstätte Neu Sammit, zahlreiche Besucher zum 1. Brasilianischen Brunnenfest. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr war der von dem brasilianischen Weltbürger und Künstler Adeleo Sarro vor dem ehemaligen Herrenhaus geschaffene Brunnen eingeweiht worden.

"Wir haben damals lange diskutiert, wie wir den Brunnen nennen. Schließlich sind wir auf Zukunftsbrunnen - auf Portugiesisch futuru schafares’ - gekommen. Und wir finden, der Name passt genau", sagte Raphaela Rolfs. Steckt doch jede Menge Symbolik in dem Kunstwerk. Da ist die Erdkugel, auf der drei junge Menschen stehen, die eine Taube, einen Brotkorb und ein Buch in den Händen halten. "Das sind die Hoffnungszeichen für Frieden, ausreichende Ernährung und Bildung", erklärte die Vereinschefin. Sie berichtete, dass das Bauwerk gut über den langen Winter gekommen sei. Lediglich der Farbanstrich des 3500 Liter fassenden Beckens - das war übrigens die schwierigste Frage eines kleinen Brunnenquiz - musste erneuert werden. Ebenfalls wichtig: das Brunnenwasser wird nicht mit Zusatzstoffen versehen.

"Für manchen ist der Brunnen der Lieblingsplatz im Ort geworden", hat Rolfs schon beobachtet. Gemeint sind damit nicht nur die rund 20 Einwohner des zu Krakow am See gehörenden Ortsteils, sondern vor allem die zahlreichen Gäste, die übers Jahr die Begegnungsstätte aufsuchen. "So an die 20 000 Besucher sind es im Jahr schon", berichtete Vereinsgeschäftsführerin Lucia Dirks während eines Rundgangs. Betrieb der 1992 gegründete Verein anfangs lediglich das Nachbargebäude, so konnte das einst als Pflegeheim genutzte und 1887 von Otto von Bülow erbaute Herrenhaus inzwischen per Pachtvertrag erworben werden. Nach einer aufwändigen Sanierung wird es heute als Jugendschloss beworben. Beide Häuser zusammen verfügen über eine Kapazität von 140 Plätzen. "Wir sind ein offenes Haus. Zu uns kommen Teilnehmer von Klassenfahrten, es werden Seminare und Kurse aller Art gehalten, Orchesterproben finden hier statt", zählt Lucia Dirks auf. Schulklassen aus der Region melden sich zu Projekttagen oder Lernwochen an, das Güstrower Kinder-Jugend-Kunsthaus lädt regelmäßig zu einem Workshop ein, und das Seniorenkabarett "Die lieben Alten" gab in der Begegnungsstätte seinem neuen Programm den letzten Schliff.

Zum Brunnenfest gehörte gestern ein Auftritt der Krakower katholischen Band "Bogabunda". Vor elf Jahren als reine Mädchenband gestartet, hat sich inzwischen ein Junge "eingeschlichen", was nicht nur eine stimmliche Erweiterung der Gruppe bedeutete. Die Musiker hatten eigens für das Fest einen Brunnensong geschrieben, mit dem sie auch dem Künstler Adeleo Sarro ein Denkmal setzten. Übrigens hat der Brasilianer, der weiter engen Kontakt zu den Neu Sammitern unterhält, extra Bilder für einen Kalender für 2014 geschaffen.

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