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Aufreger der woche : Fußball-Lust als Anwohner-Last

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Fast 500 Zuschauer beim Nachbarschaftsduell – und Mühl Rosin ist teilweise zugeparkt

Freude herrscht in Mühl Rosin über das gute Abschneiden des Bölkower SV in der Fußball-Landesliga. Ein Medaillenplatz in der Nordstaffel ist sicher. Klar gemacht haben das die Bölkower am vergangenen Wochenende ausgerechnet gegen Nachbar Güstrower SC. Das 1:0 des BSV war allerdings nicht für jeden Mühl Rosiner von purer Freude begleitet. Rund 500 Zuschauer – das forderte Tribut.

Unser Leser Michael Brasch klagt in einem Brief an die SVZ bitterböse: Wenn der BSV Heimspiel hat, wird die Straßenverkehrsordnung außer Kraft gesetzt, Grundstücke werden teilweise komplett zugeparkt, Autos stehen entgegen der Fahrtrichtung oder auf beiden Straßenseiten. „Wäre es zu einem Unglück gekommen, hätten Rettungswagen des DRK schwerlich ihren Weg gefunden, die Feuerwehr gänzlich abziehen müssen“, schreibt Herr Brasch. Und in der Woche, zum Trainingsbetrieb, werde „der Moehlendik zur Rennstrecke für viele an- und abreisende Fußballer“.


Bürgermeister: Werden mit Verein reden


Bürgermeister Ulrich Blau zeigte sich überrascht von den Beschwerden. Bei dem Fast-Derby nicht zugegen, habe er aber auch nichts von Klagen gehört. „Uns ist die komplizierte Parksituation bei solchen Spielen schon bewusst“, sagt Blau und erinnert, dass es im vergangenen Jahr Beschwerden gab. „Wir haben da mit den Fußballern gesprochen, seitdem gab es keine Klagen mehr.“ Jetzt sei er da etwas ratlos, gibt der Bürgermeister zu, wohl wissend, dass es in vielen Orten ähnliche Situationen gibt – siehe Rostock. Blau verweist darauf, dass der Sportplatz im B-Plan stehe und so jeder gewusst habe, wohin er da zieht. „Es ist Konzept der Gemeinde, über den Schwerpunkt Sport Kinder, Jugendliche und Erwachsene einzubinden“, erinnert der Bürgermeister. „Aber wir wollen ja auch nicht, dass Einwohnern schlecht geht, weil Sport getrieben wird.“ Für ihn sei das Geschehen vom vergangenen Sonnabend, Anlass, wieder mit dem Verein zu reden. Blau: „Es wird schwierig bleiben. Letztlich bleibt es an der Gemeinde hängen.“

Auf die Verantwortung der Kraftfahrer verweist das Ordnungsamt des Amtes Güstrow-Land. Bekannt sei, dass die Gemeinde zusätzlich den Parkplatz an der Schule bereit stelle. Dass der genutzt wird, darauf müsste auch der Verein hinwirken. Bisher seien dem Amt aber keine Beschwerden angetragen worden, erklärt Sabine Schwarz, Leitende Verwaltungsbeamtin.

Bei normalen Spielen reiche der Parkplatz am Sportplatz aus, sagt Dirk Rößler. Der Vereinsvorsitzende, zugleich Fußballtrainer, gibt zu, dass man bei dem Spiel gegen Güstrow nicht auf den Besucheransturm eingestellt gewesen sei. Rößler: „Dafür möchte ich mich entschuldigen; das tut uns leid.“ Die Forderung von Michael Brasch, Ordner einzuteilen, damit das Parken geordnet vonstatten geht, werde er als Anregung nehmen. Und: „Wir geloben für die nächste Saison Besserung.“


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