Integration : Fußball als „Sozialmedizin“

Im Spiel sind alle Gleich
Im Spiel sind alle Gleich

Güstrower organisierten internationales Fußballturnier mit Asylbewerbern

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10. August 2015, 12:00 Uhr

Fußball ist das beste Heilmittel gegen Vorurteile und Klischees, im Spiel sind alle gleich, egal welche Hautfarbe, Muttersprache oder Lebensgeschichte man hat. Diese bekannte Erkenntnis haben sich einige junge Leute am Sonnabend zu Nutze gemacht und ein großes Fußballturnier gemeinsam mit Flüchtlingen veranstaltet. Die Spieler stammen aus Syrien, Eritrea, Gambia, Ägypten, Güstrow. Es gab sechs Teams, die für jeweils 15 Minuten nacheinander alle gegeneinander im Güstrower Jahnstadion gespielt haben.

„Sie sind sehr schnell. Es ist schwer hinterherzukommen“, bemerkt ziemlich rasch Philipp Kadatz, der Ideengeber für das Turnier. Er habe schon öfter mit Asylbewerbern zusammen gespielt, erzählt der 18-Jährige. Dabei konnten vor allem die jüngeren Spieler erkennen, dass es mit den ihnen anfangs Fremden keine Probleme gibt und alles gut klappt. Und auch für die zumeist unfreiwilligen Gäste der Barlachstadt sei es eine willkommene Ablenkung.

Gut fanden Philipp Kadatz’ Idee auch Torsten Renz (50), Vereinsvorsitzender des Güstrower SC, und Daniel Rudolph (24). Der CDU-Landtagsabgeordnete und der stellvertretende SPD-Ortsvorsitzende halfen bei der finanziellen und praktischen Umsetzung. „Das ist mal eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und außerdem kann man so Kontakte herstellen“, meint Daniel Rudolph. Es sei sogar der ein oder andere besonders gute Spieler unter den Flüchtlingen aufgefallen, bemerkte Torsten Renz, den er zum Training beim GSC einlud.

Doch auch die Asylsuchenden selbst trainieren zwei Mal die Woche in der Sporthalle in der Hamburger Straße und auf dem Bolzplatz in der Südstadt. Viele sind sehr fußballbegeistert, da wundert es nicht, dass sie sogar geeignete Schuhe und Fußballkleidung besitzen. Ihr Trainer Ali Yakub (30) ist bereits seit zwei Jahren in Güstrow und erzählt, dass sie schon mit Mannschaften aus verschiedenen Städten, wie Rostock, Bad Doberan oder Berlin gespielt hätten – und oft auch gewonnen. In Güstrow am Sonnabend hatte allerdings das aufgestellte Team des GSC die Nase vorne und alle Spiele gewonnen. Aber darauf kam es bei diesem besonderen Turnier letztlich auch gar nicht an.

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