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Güstrower Anzeiger

24. September 2017 | 03:35 Uhr

Güstrow-Land : Fusion nur mit Zwang

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Zusammenschließung von Gemeinden Thema im Amtsausschuss Güstrow-Land

svz.de von
erstellt am 13.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Fred Lange, Amtsvorsteher des Amtes Güstrow-Land sieht die Diskussion um die weitere Fusion von Gemeinden „problematisch“, weil „die Vorgaben vom grünen Tisch kommen“. Das bekräftigt er, auch wenn das Thema kürzlich bei einem Besuch von Thomas Lenz, Staatssekretär im Innenministerium, vor Ort im Amt in einer Veranstaltung mit Bürgermeistern und Gemeindevertretern angesprochen wurde.

Fred Lange ist aber auch Realist, weil es mit der Kreisfusion 2011 das Beispiel gibt, dass wenig Chancen bestehen, solche Bewegungen zu stoppen, wenn es politisch gewollt ist. „Wenn wir uns nicht bewegen, werden wir bewegt“, schlussfolgerte Lange, der auch Bürgermeister von Zehna ist, daher auf der Sitzung des Amtsausschusses in der vergangenen Woche. Im Augenblick sieht es so aus, dass 2018 als Fusionszeitraum im Raum steht und es erst dann für die Gemeinden konkret wird, die in Frage kommen.

Genau hier setzt Ulrich Blau, Bürgermeister von Mühl Rosin, seine Fragen an. „Unabhängig davon, dass wir gar nicht wüssten, mit wem unsere Gemeinde fusionieren sollte, fehlt mir generell der Nachweis, welchen Vorteil eine Großgemeinde vor allem für die Bürger hätte“, sagt der Bürgermeister einer Gemeinde, deren nächste Kommune die Barlachstadt Güstrow wäre… Denn eine, zwei oder drei Gemeinden zusammenzuschließen, ist für ihn keine umwälzende Geschichte. Da würden zwar Gelder für Gemeindevertretersitzungen gespart. Blau: „Aber das kann’s ja wohl nicht sein.“ Und für ihn wichtig: Das Amt Güstrow-Land sucht ja schon seit längerem nach Lösungen über Gemeindegrenzen hinaus. Blau: „Die Feuerwehren sind ein Beispiel. Gemeinden können sie nicht mehr allein finanzieren bzw. die Einsatzbereitschaft in der Woche nicht garantieren. Deshalb arbeiten Feuerwehren bereits eng zusammen.“

Apropos Finanzen: Auch hier sieht Blau ein Fragezeichen: „Warum sollte eine Gemeinde, die unter 500 Einwohner hat, der es aber finanziell gut geht, mit einer Gemeinde fusionieren, die diese Ausgangsposition nicht hat. Blau: „Für arme Eltern kann man nichts, für arme Schwiegereltern schon…“

Diesen Ball nimmt Hans-Uwe Tessenow gern auf. Der ist Bürgermeister für 265 Einwohner in Klein Upahl. Damit „regiert“ er die kleinste Gemeinde im Amt. Für Tessenow war eine Fusion noch nie ein Thema und wird es nur, „wenn wir uns per Dekret zwangsweise einer Fusion unterwerfen müssen“. Sein wichtigstes Argument für die Eigenständigkeit ist, dass Klein Upahl finanziell auf gesunden Füßen steht, aber Gemeinden ringsherum nicht. Konkret sagt er: „Gülzow-Prüzen ist schon zu groß und Lohmen ist für uns kein Thema.“

Marita Breitenfeldt sieht es auch pragmatisch: „Wir warten ab und reagieren nur auf Zwang, weil wir eigenständig bleiben wollen und es uns so am besten geht.“ Außerdem erinnert die Sarmstorfer Bürgermeisterin daran, dass eine Fusion Kuhs-Sarmstorf schon oft diskutiert, aber immer abgelehnt wurde. Auch das Hochzeitsgeld war schon verteilt: 60 Prozent für Kuhs, 40 für Sarmstof. „Aber dann löste sich der Gedanke wieder in Wohlgefallen auf“, so Breitenfeldt.

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