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ASB Güstrow : Fusion mit Schweriner Samaritern

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrower und Schweriner ASB stimmen für Zusammenschluss / Insolvenz abgewendet / DRK Güstrow übernimmt ASB-Fahrdienst

von
erstellt am 05.Feb.2015 | 20:45 Uhr

Der angeschlagene Güstrower Ortsverband des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) scheint endgültig gerettet. Durch die Hilfe des ASB-Kreisverbandes Schwerin-Parchim konnte eine drohende Insolvenz des ersten ostdeutschen ASB-Ortsverbandes nach der Wende – eingetragen im Vereinsregister beim Kreisgericht Güstrow am 11. April 1990 – abgewendet werden (SVZ berichtete). „Ohne Schwerin würde es Güstrow nicht mehr geben“, sagt Reinhard Breuksch, Vorstandsvorsitzender des ASB Güstrow. Beide Verbände haben jetzt einer Fusion zugestimmt.

„Die Fusion ist beschlossene Sache, aber noch nicht vollzogen“, sagt Breuksch. Auf einer außerordentlichen Mitgliedervollversammlung am 24. Februar im ASB-Pflegeheim in der Güstrower Weinbergstraße soll der Zusammenschluss festgezurrt werden. Hier wird über den zukünftigen Namen und den Sitz des Vereins entschieden. „Ich bin sehr guter Hoffnung, dass sich der ASB Güstrow positiv entwickeln wird. Die Zusammenarbeit mit Schwerin ist offen und fair. Es handelt sich hier definitiv nicht um eine feindliche Übernahme“, unterstreicht der Vorstandsvorsitzende.

Erste Rationalisierungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen würden bereits greifen, sagt Martin Siegert, der neben dem Schweriner ASB seit Ende vergangenen Jahres auch die Geschäftsführung bei den Güstrowern übernommen hat. Zur „Optimierung des Güstrower Unternehmens“ musste jetzt der ASB-Fahrdienst mit zwölf Fahrzeugen und 15 Mitarbeitern abgestoßen werden. „Das ist wirklich traurig, aber die Leute haben eine Weiterbeschäftigung gefunden“, so Siegert. Der DRK-Kreisverband Güstrow hat den ASB-Fahrdienst inklusive der Mitarbeiter übernommen. „Wir haben sie in unseren Fahrdienst integriert und führen auch die Aufgaben des ASB weiter“, bestätigt Martina Glaser, DRK-Vorstandsmitglied, auf SVZ-Nachfrage.

„Wir sind gerade dabei, alles zu prüfen und das Unternehmen wieder wirtschaftlich zu betreiben“, beschreibt Siegert den gegenwärtigen Prozess. Keiner müsse jedoch befürchten, dass der ASB Güstrow „eingestampft“ werde. Die ASB-Kitas, das Pflegeheim „Am Weinberg“ sowie die Rettungswache in Laage seien gut aufgestellt. „Hier soll alles weitergehen wie gehabt.“ Und Breuksch ergänzt, dass sogar neue Mitarbeiter gesucht werden.

Die Untersuchungen, wie es zu der finanziellen Schieflage des ASB Güstrow kommen konnte, seien noch nicht abgeschlossen, sagt Reinhard Breuksch. „Da liegt noch viel Arbeit vor uns.“ Dennoch sei es bereits zu einem immensen Schuldenabbau gekommen, zum einen durch Verhandlungen mit Gläubigern und Trägern, zum anderen durch finanzielle Hilfen vom ASB Schwerin.

Bei der am 24. Februar anstehenden Vorstandswahl will Breuksch aber nicht mehr als Vorsitzender des ASB Güstrow antreten. Dieses Ehrenamt hatte er seit 13 Jahren inne. „Wir müssen uns als Vorstand fragen, wo wir bei unseren Kontrollpflichten versagt haben“, nimmt er den Vorstand für die Schieflage des ASB in die Pflicht.  

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