Suckwitz : „Fundamentale Attacke“ gegen Schweinemast

In Suckwitz plant Landwirt Thomas Schulz eine Schweinemastanlage für 8000 Tiere.
In Suckwitz plant Landwirt Thomas Schulz eine Schweinemastanlage für 8000 Tiere.

Gegner der Anlage in Suckwitz schalten Staatsanwaltschaft Rostock ein

svz.de von
18. November 2015, 11:58 Uhr

Eine „fundamentale Attacke“ nennt Dr. Cordula Schulz das jüngste Vorpreschen der Initiative gegen die geplante Schweinemastanlage in Suckwitz. Die promovierte Landwirtin und ihr Mann wollen in Suckwitz eine Schweinemastanlage für 8000 Tiere errichten (SVZ berichtete). Das Antragsverfahren dauert bereits fünf Jahre. Jetzt, wo das Raumordnungsverfahren kurz vor dem Abschluss steht, hat die Initiative der Schweinemast-Gegner die Staatsanwaltschaft Rostock eingeschaltet.

Die Initiative hat die Staatsanwaltschaft um strafrechtliche Überprüfung der Gutachten und deren Erstellung im Genehmigungsverfahren gebeten. Die von Landwirt Thomas Schulz aus Gerdshagen eingereichten Unterlagen enthalten nach Auffassung der Initiative möglicherweise Aussagen und Ergebnisse, die einer rechtlichen und fachlichen Prüfung nicht standhalten. „Die Initiative lässt daher den Verdacht prüfen, dass die Genehmigung der Schweinemastanlage mit unlauteren Mitteln ermöglicht werden soll“, informiert Jörg Mücket aus Groß Breesen, Sprecher der Schweinemast-Gegner.

Das bestätigt die Staatsanwaltschaft auf SVZ-Nachfrage. „Es läuft ein Vorermittlungsverfahren. Es wird geprüft, ob eventuell ein Anfangsverdacht besteht, was also an den Vorwürfen dran ist. Diese Vorermittlungen laufen noch. In diesem Jahr ist nicht mehr mit einer Entscheidung zu rechnen“, sagt Harald Nowack von der Staatsanwaltschaft Rostock.

Die Gegner behaupten, dass das Gutachten zur Errichtung der Anlage in wesentlichen Punkten unrichtige Annahmen und falsche Ergebnisse enthalten würde. „Dies legt den Verdacht nahe, dass mit manipulierten Werten die Genehmigung der Schweinemast befördert werden soll“, so Mücket. „Es geht dabei insbesondere um die Berechnungen zur Schadstofffbelastung der Umgebung, das Wettergutachten, den Trinkwasserverbrauch, die Verkehrsbelastung der Umgebung und die Tourismusentwicklung in der Gemeinde Reimershagen, zu der Suckwitz gehört.“

„Die Gegner versuchen durch ihr jetziges Vorgehen, das Raumordnungsverfahren in sich auszuhebeln“, sagt Cordula Schulz. Es sei sozusagen das letzte juristische Mittel, denn wenn das Raumordnungsverfahren erst einmal beendet sei, dann sei es juristisch nicht mehr anfechtbar. Doch Cordula Schulz ist davon überzeugt, dass die von ihr eingereichten Unterlagen alle korrekt sind. Sie hofft, dass das Raumordnungsverfahren noch dieses Jahr beendet und im kommenden Jahr die Baugenehmigung für den Stall mit Platz für 8000 Schweine beantragt werden kann.  

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