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Umfangreiche Sanierung des Teterower Stadtsees : Für Teterower, Gäste und den Hecht

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Die Stadt Teterow hat beste Chancen, dass ihr Wappentier, der Hecht, hier wieder heimisch wird. Gestern gab Umweltminister Till Backhaus den Startschuss für die Teilentschlammung des 336 Hektar großen Teterower Sees.

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erstellt am 17.Jul.2013 | 07:39 Uhr

Teterow | Die Stadt Teterow hat beste Chancen, dass ihr Wappentier, der Hecht, hier wieder heimisch wird. Gestern gab Umweltminister Till Backhaus den Startschuss für die Teilentschlammung des Stadtsees, der die umfassende Sanierung des 336 Hektar großen Teterower Sees einleitet. "Vor dem Hintergrund der großen Bedeutung des Sees für die Naherholung und der immer stärkeren touristischen Ambitionen der Stadt Teterow, aber vor allem auch der Anforderungen, die sich aus der EU-Wasserrahmenrichtlinie ergeben, bestand Handlungsbedarf", betonte der Minister.

Das Gewässer litt unter einer langjährigen Belastung und Überdüngung durch industrielle und kommunale Abwässer. In Teterow hatten sich relativ früh größere Betriebe und Industrien angesiedelt. So wurden 1887 eine Molkerei, 1889 eine Zuckerfabrik und 1898 ein Schlachthof errichtet. Zudem besitzt der Teterower See mit 112 Quadratkilometern ein verhältnismäßig großes, intensiv landwirtschaftlich genutztes Einzugsgebiet. Die immer weiter fortschreitende Verschlechterung der Wasserqualität hatte sich in einem Rückgang des Fischbestandes manifestiert. Der Hecht, der besonders klares Wasser benötigt, zog sich zurück. Blaualgenblüten und geringe Sichttiefen schränkten in den Sommermonaten die Badefreuden erheblich ein.

"Obwohl die Abwasserentsorgung in Teterow modernisiert wurde und damit der Zustand des Sees verbessert werden konnte, ist dies noch nicht ausreichend", so Backhaus. "Untersuchungen der letzten Jahre ergaben, dass aufgrund der Phosphatgehalte das Gewässer noch immer nicht sein gutes ökologisches Potential erreicht hat." Die Teil entschlammung im Stadtsee ist der erste und kostenintensivste Schritt eines ganzen Maßnahmepakets, das mit insgesamt 2,77 Millionen Euro vom Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert wird.

Wie die Voruntersuchungen ergaben, konzentriert sich ein beträchtlicher Anteil des reaktiven Phosphors in den obersten Sedimentschichten des Teterower Stadtsees. Diese deutlich nährstoffreichere Schicht der oberen 80 Zentimeter soll durch Saugspülbagger entfernt und so die darunter lagernde nährstoffbindende Kalkmudde freigelegt werden. Die mit insgesamt 157 618 Kubikmeter berechnete Entnahmemenge wird in die bereits vorbereiteten Polderflächen gespült, um sich dort abzusetzen. Nach dem Trocknungsprozess soll das Sediment landwirtschaftlich verwertet werden. Im Nebeneffekt wird durch die erhöhte Wassertiefe die Verlandung des Sees verzögert und eine längere Nutzung als Badesee ermöglicht.

Als nächste Maßnahmen folgen dann die Reduzierung der Nährstoffeinträge über oberirdische Zuläufe zum Teterower See, Tiefenwasserentnahme aus dem tiefen Ostteil des Sees sowie ein gezielter Fischbesatz.

Die Gesamtkosten der Maßnahmen belaufen sich dabei auf rund 2,8 Millionen Euro und sollen 2015 abgeschlossen sein. Sie werden durch Mittel der EU und des Landes Mecklenburg Vorpommern gefördert. Das Land hat seit der Wende 61 Seen saniert und dabei 34 Millionen Euro investiert. Der Teterower See gehört zu den größten Seen in MV. Entlang seiner Ufer hat man in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten sehr viel in touristische Projekte investiert. So wurde unter anderem der Schiffsverkehr mit der Barkasse Regulus auf den Weg gebracht und das Golfhotel Teschow zu einem beliebten Anziehungspunkt für Golfer entwickelt.

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