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Güstrower Kleingärtner : Für mehr Obst und Gemüse gesorgt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Im Güstrower Ziegeleiweg wurden vor 70 Jahren drei Gartenanlagen gegründet.

Vor genau 70 Jahren wurde eine große Fläche Ackerland im Ziegeleiweg in Güstrow zu Gartenland umfunktioniert. Etwa 300 Interessenten sollen es damals gewesen sein, die hier ein Stück Land pachten wollten. Drei Gartenanlagen entstanden. Am Sonnabend feierten die Anlagen „Neue Heimat“, Am Waldessaum“ und „Am Stadion“ ihren Geburtstag.

„Es sollte vor allem dazu dienen, die Bevölkerung mit Obst und Gemüse besser zu versorgen“, erinnert sich Dieter Schubert (74) aus der Anlage „Am Stadion“. Viele der angebauten Früchte seien damals im Konsum in der Neukruger Straße verkauft worden. Gegründet wurde die Anlage von Willi Münchow 1946. Noch heute sind seine Nachkommen in den Gärten aktiv. Enkelin Jana Wölk: „Schon als Kind bin ich oft hier gewesen.“ Seit nunmehr 18 Jahren arbeitet sie im Vorstand mit und ist für die Finanzen zuständig. 25 Jahre war Dieter Schubert Vorsitzender der etwa 100 Kleingärtner. „Dass wir kaum Leerstand haben, liegt an unserer sehr guten Lage hier“, so der 74-Jährige. Eine Besonderheit: Die Anlage wurde im DDR-Fernsehen ausgezeichnet. „Damals kam Erika Krause von der Sendung ‚Du und dein Garten‘ hierher und übergab einen goldenen Apfel“, erzählt Jana Wölk.

Bereits am Vormittag trafen sich die Gartenfreunde der derzeit 65 bewirtschafteten Gärten in der Anlage „Neue Heimat“ zu ihrer Feier. Hier spielte das Blasorchester der Feuerwehr Güstrow auf. Auch wenn das Wetter nicht so mitspielte – der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch. Auf der Hüpfburg tummelten sich die Kinder und die Erwachsenen hatten im Schatten eines großen Baumes Platz genommen. „Wir wollen einfach gemütlich zusammen sitzen und erzählen“, sagt Jörg Cicha, der seit zwei Jahren als Vorsitzender agiert. Seitdem habe man auch wieder einige Gärten vergeben können. Früher habe es hier viele Feste gegeben, doch das sei mit der Zeit eingeschlafen. Zum jetzigen runden Geburtstag hatten die Aktiven auf jeden Fall etwas machen wollen. Dazu hatten sie auch ehemalige Mitstreiter eingeladen. Wolfgang Jöhrend war 15 Jahre lang Vorsitzender gewesen. „Es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir haben damals sogar Skatabende organisiert“, erzählt der 77-Jährige.

So hat auch die Anlage „Am Waldessaum“ ihre ganz eigene 70-jährige Geschichte. Von den 70 Gärten ist lediglich einer derzeit frei. Zwei Frauen wurden hier am Sonnabend für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt. Der jetzige Vorsitzende Mario Schultz gratulierte Roswitha Schultz, die seit 51 Jahren ihren Garten bewirtschaftet, und Charlotte Voß, die zu vielen Einsätzen immer mit Hand angelegt hatte. Die beiden wissen noch, wie schwer es in den ersten Jahren war, als das Gelände urbar gemacht werden musste. „1961 muss das gewesen sein, als wir Licht bekommen haben“, erinnert sich Charlotte Voß. Und Wasser hätten sich alle an der zentralen Pumpe holen müssen. „Trinkwasser haben wir im großen Behälter auf dem Fahrrad von zu Hause mitgebracht“, fügt Roswitha Schultz dazu.


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