Immer nahe dran an den kleinen patienten : Für Kinder gekämpft wie ein Löwe

Eine große Zahl von Kolleginnen und Kollegen war zur Verabschiedung gekommen. Auch Dr. Dagmar (Mitte) und Dr. Christian Laubinger sowie ihre Tochter, Amtsärztin Kristin von der Oelsnitz, wünschten Dr. Christiane Trapp (r.) alles Gute.  Fotos: Evelyn Bubber-Menzel
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Eine große Zahl von Kolleginnen und Kollegen war zur Verabschiedung gekommen. Auch Dr. Dagmar (Mitte) und Dr. Christian Laubinger sowie ihre Tochter, Amtsärztin Kristin von der Oelsnitz, wünschten Dr. Christiane Trapp (r.) alles Gute. Fotos: Evelyn Bubber-Menzel

Nach 40 Dienstjahren gestern Dr. Christiane Trapp, Chefärztin der Kinder- und Jugendklinik im KMG-Klinikum Güstrow, verabschiedet

svz.de von
25. November 2014, 15:22 Uhr

„Da mag ich gar nicht dran denken“, hatte sie noch im Frühjahr in Bezug auf ihren nahenden Ruhestand gesagt. Gestern nun war es soweit: Dr. Christiane Trapp (63), Chefärztin der Kinder- und Jugendklinik im KMG-Klinikum Güstrow, geht in den Ruhestand. Dazu wurde sie von der Klinikleitung, von unzähligen Kolleginnen und Kollegen, vom Schwesternteam, vom Landkreis und vielen anderen, die sie schätzen und achten gelernt hatten, aufs herzlichste und mit den besten Wünschen für die Zukunft verabschiedet.

„Mit Frau Dr. Trapp verlieren wir nicht nur eine erfahrene und über die Grenzen der Region hinaus anerkannte Chefärztin, sondern eine Mitarbeiterin, die mit vollem Einsatz und ganzer Persönlichkeit für das KMG-Klinikum in Güstrow stand. Am meisten aber vermissen werden sie ihre kleinen Patienten und deren Eltern, weil sie wussten, dass sie mit ihren medizinischen Problemen bei Dr. Trapp in guten Händen waren“, würdigte Matthias Fischer, Verwaltungsdirektor am KMG-Klinikum, die Verdienste der Kinderärztin, die 1975 ihre Tätigkeit am Güstrower Krankenhaus aufgenommen hatte und die seit 1987 Chefärztin der Kinder- und Jugendklinik war.

Stets habe sie„wie eine Löwin für ihre Kinder und das Klinikum gekämpft“, würdigte Fischer die engagierte Arbeit von Dr. Trapp. Er freue sich, dass sie in ihrem künftigen „Un-Ruhestand“ dem Klinikum für das ärztliche Qualitätsmanagement erhalten bleibt, so der Verwaltungsdirektor. Und er verriet, dass das Klinikum von der jahrzehntelangen Chefärztin ein Ölgemälde für die kleine Galerie im Hauses anfertigen lassen werde.

Die Verdienste von Christiane Trapp in der Neonatologie, der Neugeborenenmedizin, und ihr „großes Engagement bei der Weiterbildung von Ärzten“ würdigte Dr. Dirk Manfred Olbertz, Chefarzt der Neonatologie am Klinikum Südstadt Rostock. „Ihre Stimme hat Gewicht“, betonte er.

Als „Kinderärztin mit Leib und Seele“ bezeichnete Dr. Andreas Crusius, Präsident der Ärztekammer M-V, Dr. Christiane Trapp. Besonders schätze er ihr Bemühen, Gewalt gegen Kinder aufzudecken, betonte er. Sie habe viele für dieses Thema sensibilisiert. Er hoffe, dass ihr Mut und ihr Geist dem Klinikum noch lange erhalten bleiben, brachte Dr. Rolf Kaiser, Ärztlicher Direktor des KMG-Klinikums, zum Ausdruck.

„So manche Schweißperle ist ihr bei der Arbeit von der Stirn getropft. Und es sind auch Tränen geflossen – aus Freude, aus Ärger und aus Wut. Sie war immer nahe dran am Patienten und den Mitarbeitern“, zeichnete am Ende der feierlichen Verabschiedung der Kinder- und Jugendarzt Heiko Fliß, der neun Jahre lang Seite an Seite mit Dr. Christiane Trapp gearbeitet hat, ein sehr persönliches Bild seiner Chefin.

Der 44-Jährige wird vorerst als kommissarischer Chefarzt die Kinder- und Jugendklinik im Klinikum leiten.

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