Firmenjubiläum : Für Kies in 25 Jahren ganze Berge versetzt

Vor dem Schwimmgreifer im Gespräch: Stephan Schmidt, Jens Eckhoff, Eberhard Kellermann und Danilo Plath (v.l.)
Vor dem Schwimmgreifer im Gespräch: Stephan Schmidt, Jens Eckhoff, Eberhard Kellermann und Danilo Plath (v.l.)

Güstrower Kies- und Mörtel GmbH feiert heute Jubiläum. Standorte hat die Firma im ganzen Land.

svz.de von
10. Juni 2016, 05:00 Uhr

Eberhard Kellermann steht im Kieswerk Charlottenthal und blickt auf einen Strommast, der sich als Symbol in den Himmel reckt. „Er ist 15 Meter von der Oberfläche des Baggersees entfernt. So hoch und im Schnitt zehn Meter war die Kiesschicht in Charlottenthal, als wir hier vor 25 Jahren anfingen, Kies zu baggern“, erinnert sich der Geschäftsführer der Güstrower Kies- und Mörtel GmbH (GKM) mit Sitz in Krakow am See. „Da sind im wahrsten Sinne des Wortes Berge versetzt worden“, kommentiert Jens Eckhoff. Der 38-Jährige ist geschäftsführender Gesellschafter und Sohn des zweiten Geschäftsführers, Hinrich Eckhoff. Kellermann: „Wenn im Land in Firmen 8000 Nachfolger fehlen, trifft das auf uns nicht zu. Jens wird unsere Arbeit fortführen“, freut er sich.

Heute feiert das Unternehmen sein 25-jähriges Bestehen. In das Ferienresort Linstow kommen 250 Kunden und Partner. „Mit unseren 45 Mitarbeitern begehen wir das Jubiläum am nächsten Wochenende“, sagt der 74-jährige Kellermann, der 1991 mit 49 Jahren die Firma mit Hinrich Eckhoff gründete. „Ich war LPG-Vorsitzender in Spoitgendorf, wollte aber unbedingt in die Privatwirtschaft“, blickt er zurück. Im April 1992 wurde in Charlottenthal auf zwölf Hektar im Trockenabbau der erste Kies gefördert. Fünf Mitarbeiter gab es am Anfang. Einer von ihnen war Stephan Schmidt. Der 54-jährige Krakower ist Anlagenfahrer, beherrscht Siebmaschinen und die Waschanlage.

Seit 1997 baut GKM in Charlottenthal im Wasser Kies ab. Zwei Kilometer von dem historischen Strommast frisst sich gegenwärtig die Schaufel eines 120 Meter langen Schwimmgreifers in den Kies. Er schafft 1000 Tonnen am Tag. Danilo Plath, seit 1998 im Betrieb, fährt mit Augenmaß und Erfahrung den Koloss. Kellermann: „Das geht noch bis an die Straße weiter. Wir haben hier die nächsten zehn Jahre gut zu tun. Der Trockenabbau wird noch länger laufen.“ Aus den zwölf Hektar werden rund hundert. „Im Jahr kommen an allen Standorten eine Million Tonnen Kies und Sand zusammen“, rechnet Kellermann vor. Mit dem Blick auf den Schwimmgreifer stellt er im Brustton der Überzeugung fest: „Hier beginnt alles, unsere große Strahlkraft, mit der unsere Produkte überall zu finden sind, vom Kleingarten bis zum Hochhaus, aber auch mit Sanden in Reithallen oder -plätzen wie in Ganschow.“


Seit 1994 im Recyclinggeschäft


1994 vergrößerte sich GKM erstmals, kaufte die Kieswerke Zietlitz, Dargelütz und Dobbertin. Im gleichen Jahr stieg GKM ins Recyclinggeschäft ein. Erster Standort war Spoitgendorf. Hier werden auch Bauschutt und Böden entsorgt. Parchim und Ramelow in Vorpommern ergänzen bis heute diese Produktpalette. Als „hohe Schule des Abfalls“ sieht Kellermann den Bau und das Betreiben von Deponien. 2010 wurde in Spoitgendorf eine eröffnet.

Für Eberhard Kellermann ist GKM eine Erfolgsgeschichte. „Wir haben immer wirtschaftliche Ergebnisse ohne Verluste erzielt“, betont er. Kellermann ist stolz darauf, dass jedes Jahr neue Ziele angepeilt wurden. Jens Eckhoff ergänzt: „Dabei ist uns der Effekt für den Kunden wichtig. Versorgen und Entsorgen aus einer Hand, damit wuchern wir, denn keine Baustelle funktioniert mehr ohne Entsorgung.“ Zu seinem Credo gehöre weiter, wegen der nahen Konkurrenz von Baustoffgiganten neue Produkte und den Kundenkreis zu entwickeln. Eckhoff: „Wir wollen als Mittelständler die Kunden bedienen, die andere gar nicht sehen.“ Der 38-Jährige wünscht sich am Jubiläumstag weniger Bürokratie sowie einen stärkeren Blick der Politik für die Praxis und wirtschaftliche Lösungen mit starken Belegschaften. GKM wolle das Seinige dazu tun. An allen sechs Standorten, zwei weitere laufen nach Auftragslage, werden Millionen investiert.


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