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Güstrower Anzeiger

18. November 2017 | 15:17 Uhr

Debatte : Für Güstrow ein Goldenes Tor?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Fürsprecher für altes Projekt

Angemessene Hässner-Ehrung


Leserbrief von Dr. Luise Schwanke
 

zu „Renaissance fürs ,Goldene Tor’?“ vom 20. Mai

Innsbruck hat sein „Goldenes Dach‘l“. Warum hat Güstrow 1998 nicht das „Goldene Tor“ bekommen? Es wäre ein schönes Symbol gewesen zur Erinnerung an das einst am Pferdemarkt gestandene Schnoientor. Ich bin zeitlebens gerne durch alte Tore gegangen und würde auch gerne durch das goldene Tor mit allen seinen Ausstrahlungen gehen. Ein goldenes Tor hat etwas Magisches und Emotionales, es verlockt zum Eintreten und Hindurchgehen. Man erwartet dahinter etwas Schönes, etwas, über das man staunen kann, und die Güstrower Altstadt liefert es.

Hätten wir den Entwurf von Alexander Hässner damals realisiert, dann hätten sich unzählige Touristen unter dem Tor fotografieren lassen. Man hätte jedem frischgetrauten Paar empfehlen können, ein Hochzeitsfoto am oder unter dem goldenen Tor machen zu lassen. Vielleicht wäre es längst zu einer schönen Tradition geworden und hätte erneut Güstrow deutschlandweit bekannt gemacht. Welche andere Stadt hat denn ein goldenes Tor?

Übrigens: Für Kunstwerke in der Stadt muss man nicht unbedingt nach sogenannten berühmten Künstlern suchen, wenn man eigene in der Stadt hat. Ich würde es z.B. begrüßen, wenn man dem in Güstrow lebenden und arbeitenden Bildhauer Henning Spitzer einen Auftrag gäbe, für unsere Barlachstadt eine Barlachbüste zu schaffen. Man muss auch nicht die eigenen erst nach ihrem Tod entdecken und ehren, wozu allerdings etwas Mut und Vertrauen gehören.

Alexander Hässner starb am 6. April 2012. An seinem 69. Geburtstag, am 2. August 2012, gedachten wir seiner und legten Blumen unter das kleinere goldene Tormodell in seinem Garten. Für die Familie Hässner wäre es eine angemessene Ehrung ihres Verstorbenen, wenn sein 1998 entworfenes Tor mit den entsprechenden Pflasterarbeiten errichtet würde, vielleicht etwas weiter unten am Pferdemarkt, so quasi als Eingangstor zur Altstadt. Das Modell von Alexander Hässner vermittelt im Bereich der Senkrechten Durchgängigkeit, und im Bereich des goldenen Bogens Schutz und Befriedung für die Stadt.

Die 1998 von einigen gemachten Vorschläge, das Tor vor einen Kindergarten oder in die Südstadt zu stellen, erscheinen mir noch heute sinnlos und beleidigend. Andrea Wendt (damals Kulturamtsleiterin der Stadt/Red.) dagegen hat es damals sehr gut gesagt: „Kunst in der Altstadt muss machbar sein. Sie kann sich jung und provozierend präsentieren. Außerdem soll sie die Leute anregen, stehenzubleiben und nachzudenken.“

 

Anmerkung der Redaktion: Ausgelöst hat die neuerliche Diskussion um das „Goldene Tor“ die Debatte in der Stadtvertretung um die Gestaltung des Zugangs zum Pferdemarkt vom Bahnhof aus. Das Thema wurde vertagt mit der Option einer grundlegenden Veränderung der Situation. Teilen Sie uns gerne Ihre Meinung dazu mit!

 

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