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Güstrower Anzeiger

18. August 2017 | 10:59 Uhr

Güstrow : Für Fairen Handel in der Welt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Vereinsserie: Der Weltladen Güstrow betreibt ein Geschäft am Markt und leistet Bildungsarbeit in der Region.

Auf der Mitgliederversammlung des Vereins Weltladen Güstrow in der vergangenen Woche wurde der Vorstand aufgestockt. Neben Erika Maurer als Vorsitzenden gehören ihm nun Christine Schmecht, Daniela Kuptz und Katja Ziemke an. „Das ist gut, dass wir nun zu viert im Vorstand sind, um die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen, denn unser Weltladen am Markt hat sich etabliert“, resümiert Erika Maurer. Ein Zeichen für gestiegenes Kundeninteresse und gewachsene Umsätze ist auch, dass das bisher ehrenamtlich betreute Geschäft demnächst eine Arbeitskraft auf der Basis einer geringfügigen Beschäftigung bekommt. Ein Sponsoring von Güstrowern macht das für vorerst ein Jahr möglich.

Als sich der Verein im Juni 2012 gründete, wurden zwei Ziele in der Satzung festgeschrieben: wirtschaftlicher Betrieb eines Weltladens und eine umfangreiche Bildungsarbeit. „Wir kaufen unsere Artikel zu garantierten Preisen und ermöglichen den Produzenten damit ein faires Einkommen, das ihre Existenzgrundlage sichert“, erklärt die Vorsitzende. Um die Produkte ohne Aufpreis weiter veräußern zu können, erfolgt die Bewirtschaftung des Geschäftes ehrenamtlich. „Wir haben um die 15 Verkäuferinnen, die regelmäßig im Laden stehen und kompetent und freundlich die Kunden bedienen. Der Verein mit dem Ladenbereich ist eine anerkannte Einrichtung für Interessenten, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren wollen. Und wir bieten Praktikumsplätze an sagt Erika Maurer und fügt hinzu: „Frau Lüdin, die früher die Vorstandsarbeit unterstützte und Ladenkoordinatorin ist, begleitet die jungen Leute.“

Das Sortiment wurde in den Jahren kontinuierlich erweitert. Charlotte Lüdin und ihr Team können den Kunden ein vielfältiges Angebot vorschlagen. Die Waren kommen aus Asien, Afrika und Lateinamerika, aber auch von Anbietern aus der Region. „Kaffee, Tee, Gewürze, Schmuck, Tücher, Taschen und Filzartikel sind der Renner“, zählt Dorit Nielsen auf. Dazu kommen kunstgewerbliche Arbeiten und viele Unikate. „Wer bei uns ein Geschenk sucht und nichts findet, dürfte es auch woanders schwer haben“, versichert die Verkäuferin.


Junger Verein bekam Eine-Welt-Preis


„In Mecklenburg gibt es zwischen Wolgast und Ludwigslust zurzeit zehn Weltläden, dazu zwölf Fair-Handels-Gruppen, die meist in Kirchgemeinden angesiedelt sind“, gibt Andrea Kiep einen Überblick. Die Rostockerin organisiert Vernetzungstreffen und koordiniert die Fortbildung. Auf der jüngsten Mitgliederversammlung beriet sie auch die Güstrower.

Die zweite Zielstellung des Vereins, die Bildungsarbeit, hat sich in den letzten Jahren etwas gewandelt. Standen am Anfang Vorträge zum fairen Handel und zur Situation in Entwicklungsländern im Vordergrund, so verlagerten sich die Angebote in letzter Zeit in Schulen. Der Weltladen bietet thematische Schulungen an und gibt Hilfestellung bei der Einrichtung von Fairen Verkaufspunkten, beispielsweise als Faire Snackbox oder als Schulweltladen. Nach wie vor Priorität hat die Weiterbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiter.

In seiner noch jungen Geschichte konnte der Verein bereits einen bemerkenswerten Erfolg verbuchen. 2014 errang der Güstrower Weltladen den Eine-Welt-Preis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. „Wir haben uns mit unserem Konzept unter 49 Nominierten durchgesetzt“, erzählt die Vereinsvorsitzende.

Die Vereinsmitglieder haben die nächsten Aufgaben im Blick. Bei der Güstrower Kunstnacht wird der Verein dabei sein und auch am Weltgebetstag. Schon im September wird sich der Weltladen an der Fairen Woche beteiligen, die dieses Mal unter dem Motto „Fairer Handel wirkt“ steht.


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erstellt am 18.Jul.2016 | 12:05 Uhr

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