Güstrow : Frust und Langeweile: Feuer gelegt

Diese Laube in der Kleingartenanlage „An der Schanze“ brannte in der Nacht zum 7. November nieder. Der oder die Täter sind noch nicht ermittelt.
Diese Laube in der Kleingartenanlage „An der Schanze“ brannte in der Nacht zum 7. November nieder. Der oder die Täter sind noch nicht ermittelt.

Gute Nachricht der Polizei: Brände und Einbrüche in Gartenlauben aufgeklärt. Schlechte Nachricht: Noch nicht alle Fälle ermittelt.

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18. November 2015, 17:12 Uhr

Regelmäßig nach Ende der Kleingartensaison häufen sich Einbruchdiebstähle in Gartenlauben, oft genug mit Sachbeschädigungen verbunden. Allein am vergangenen Wochenende meldete die Polizei Attacken auf Lauben in den Güstrower Gartenanlagen „Zufriedenheit“, „Am Birkenweg“ und „An der Plauer Chaussee“. Eine Woche zuvor musste auch die Feuerwehr zum dritten Mal seit Ende Oktober zu Löscheinsätzen in Kleingartenanlagen ausrücken. Die betroffene Laube „An der Schanze“ brannte vollständig aus, der Sachschaden beträgt rund 10  000 Euro. Zwei weitere Brände waren in der Anlage „Seeblick“ an der Goldberger Straße gelegt worden. Dies stellten Brandsachverständige fest und sicherten jeweils umfangreiches Spurenmaterial. Schaden hier: rund 16  000 Euro.

Jetzt hat die Kripo fünf Jugendliche im Alter von 15 bis 21 Jahren als dringend Tatverdächtige ermittelt. Hinweise aus der Bevölkerung hatten die Beamten auf die heiße Spur geführt. Offenbar Frust und Langeweile sollen die treibenden Kräfte der vier aus Güstrow und in einem Fall im Umland der Kreisstadt lebenden vier jungen Männer und einer Frau gewesen sein, teilt Gert Frahm, Sprecher der Polizeiinspektion Güstrow, die Erkenntnisse seiner Beamten mit.

Anlass zur Euphorie sieht Frahm nach dem Ermittlungserfolg indes nicht. Eine ganze Reihe von Diebstählen und Sachbeschädigungen in Güstrower Gartenlauben sei noch nicht aufgeklärt, so in den Anlagen „Zufriedenheit“ oder „Sonnenlust“. Auch passe der Brand „An der Schanze“ nicht in das bisher ermittelte Schema.

„Mir kommt es recht zeitig vor in diesem Jahr, sonst geht es doch eher mit dem ersten Frost los“, wundert sich ein Laubenpieper in der Anlage „An der Schanze“. Seinen Namen wollte er lieber nicht in der Zeitung lesen, eine Botschaft an potenzielle Einbrecher hat er dennoch: „Bei mir ist nichts zu holen. Und es lässt doch niemand etwas wirklich Wertvolles über Winter im Garten.“

Wie aber sich schützen vor unwillkommenen Gästen im Garten? Leider, so denkt der Gartenbesitzer, dürfe man ja keine Hunde in der Anlage lassen. Einbrecher könnte das aber wirksam abschrecken, kann Gert-Dieter Schneider aus Erfahrung berichten. Der Vorsitzende des Kaninchenzüchtervereins M8 weiß seine Mitglieder auf drei Güstrower Anlagen verteilt. „Früher wurde bei uns alles mögliche geklaut, vom Kaninchen über Bootsmotoren und Paddel. Seit wir Hunde haben, ist da Ruhe.“

Polizeisprecher Frahm hat stattdessen noch einen altbekannten, simplen „Trick“ als Ratschlag an Kleingärtner: Es empfiehlt sich, nach der Gartensaison die werthaltigen Sachen aus den Gärten zu nehmen und Schränke sichtbar offen stehen zu lassen. Das kann signalisieren, dass ein Einbruch nicht lohnt.“ Und natürlich gehörten auch Aufmerksamkeit und Wachsamkeit dazu, Diebe und Einbrecher abzuschrecken. Gert Frahm: „Wer in Kleingartenanlagen ungewöhnliche Personenbewegung, gerade in der Dunkelheit, bemerken sollte, kann durchaus einen Hinweis an das Polizeihauptrevier Güstrow, Telefon 03843/2660 richten.“

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