Zweirad-Saison : Frühling in Biker-Werkstätten

Frank und Claudia Wiechmann sowie Philip Wolf sind das Team der Motorradgarage Tarnow.
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Frank und Claudia Wiechmann sowie Philip Wolf sind das Team der Motorradgarage Tarnow.

Die Motorradbranche startet jetzt schon durch. 125er-Maschinen sind besonders im Trend bei Jugendlichen

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01. März 2016, 05:00 Uhr

In der Werkstatt von Frank Wiechmann in der Motorradgarage Tarnow stehen die Motorräder eng an eng – und das seit Februar. „Die Biker haben trotz des Wetters längst die Saison im Blick, damit sie sofort starten können, wenn sich die winterlichen Temperaturen verabschieden“, sagt Inhaber Frank Wiechmann, der mit seiner Frau Claudia seit 2004 und seit einem Jahr mit Philip Wolf den „Laden“ sehr gut am Laufen hält.

Inspektionen, Reparaturen sowie diese oder jene Verschönerungsarbeit sind gegenwärtig an der Tagesordnung. „Dabei bewährt sich der Hol- und Bringeservice, den wir haben“, erzählt Frank Wiechmann, der mit dem Start in die neue Bikersaison sehr zufrieden ist, auch wenn erst in einem Monat Frühlingsbeginn ist. Dabei baut der Tarnower, der auch eine Pkw-Werkstatt als Standbein hat, auf viele treue Kunden.

Motorradgarage gut gefüllt

Wiechmann sieht positiv auf das vor ihm liegende Jahr. „So bin ich eingestellt und alles andere bringt ja auch nichts“, betont er. Neu in der Motorradgarage sind eine Montage- und Wuchtmaschine für Reifen. „Die alten haben ausgedient“, erklärt Frank Wiechmann. Der hält auch in diesem Jahr an seiner Tradition fest, im September eine Biker-Ausfahrt zu organisieren. Dieses Mal am 17. Frank Wiechmann: „Die ist längst zu einem festen Termin geworden, den viele schon in ihren Kalender geschrieben haben, weiß der Tarnower.

Auch Wolfgang Schröder, Inhaber und Alleinkämpfer in der Motorradtechnik-Firma gleichen Namens in Kritzkow, hat die ersten Maschinen seiner Kunden in der Werkstatt. Vor fünf Jahren begann der heute 57-Jährige mit seiner „Mission Impossible“. Gepaart mit einer gesunden Portion Optimismus rechnet er auch in diesem Jahr mit einem guten Ergebnis.

„Hier schraubt der Chef“

Schröder baut dabei auf den direkten Draht zum Kunden. „Das kostet zwar anfangs viel Zeit, lohnt sich aber, wenn die Leute merken, dass sie nicht nur eine Rechnungsnummer sind“, erzählt er. Außerdem kann er immer sagen: „Hier schraubt der Chef“. Wolfgang Schröder hatte die vergangenen Tage vor allem mit Vätern bzw. manchmal mit der ganzen Familie zu tun, die einen vermeintlich neuen Kunden im Schlepptau hatten: den 16 Jahre alten Filius. Für Schröder ist das ein Trend, denn die Jugendlichen fahren im wahrsten Sinne des Wortes auf 125-ccm-Maschinen ab. Da aber die Geschmäcker und Geldbeutel sehr unterschiedlich seien, würde eben oft die ganze Familie zur „Hilfe“ herangezogen, erzählt Schröder.

Bikefarm ohne Saisonpause

Immer Saison hat dagegen die Bikefarm MV von Andrea und Thomas Lisch in Kuhs, die es seit 2003 gibt. Weil per Internet ausgesucht und bestellt wird, haben sie nie richtig Feierabend. „Wenn das Telefon Sonnabend oder Sonntag klingelt oder die Mail ankommt, reagieren wir umgehend“, erzählt Thomas Lisch. Allerdings richtig in Gang gekommen ist alles dieses Jahr doch drei, vier Wochen später. Ungebremst, passt zum Geschäft, läuft der Lenker-Verkauf. „Das liegt daran, dass die Lenker im Original vielen zu klein sind“, weiß Lisch. Ansonsten bestellen die Biker rund um den Erdball, verstärkt aus den baltischen Staaten, in Kuhs, u.a. Heckhöherlegungen oder Scheiben. Lisch: „Der Vorteil der Bikefarm ist, dass wir in der Lage sind, kleine Serien bei Firmen produzieren zu lassen. Wenn z.B. ein Biker auf die Kühlerverkleidung gern den Namen seiner Katze haben möchte, erledigen wir das für ihn.“

Bikershop startet in 26. Saison

Bereits in die 26. Bikersaison startet der Güstrower Bikershop Triemer. Auch hier steht auf jeder der neuen modernen Hebebühnen eine Maschine. „Unser Kalender ist gut gefüllt. Aber keine Bange, auch für einen, der es schon jetzt ganz eilig hat, finden wir einen Termin“, sagt Birgit Triemer und schaut dabei in die volle Werkstatt. „Bei uns ist deshalb schon Frühling“, freut sie sich. Die Branche sehen Otto und Birgit Triemer gleich bleibend gut aufgestellt. Im Trend seien große Reise-Bikes, Enduros fürs Gelände und 125-ccm-Maschinen für junge Leute, zählen sie auf. Otto Triemer: „Aber auch Chopper gehen wieder mehr, weil neue Modelle auf dem Markt sind.“ Bewegung ist auch unter den Bikern. Birgit Triemer: „Wir haben ältere Kunden, die zum Motorrad greifen, weil die Kinder aus dem Haus sind, wir haben junge Leute und auch wieder mehr Frauen, die sich für Bikes interessieren.“

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