Nachgefragt : Frohe Botschaft kündigt sich an

Gundula Gloose schöpft wieder Hoffnung .
Gundula Gloose schöpft wieder Hoffnung .

Weihnachten noch keine Wohnung für Gundula Gloose / Immerhin gibt es jetzt einen Plan

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23. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Ganz klappt es nicht mehr mit einem Weihnachtspräsent für Gundula Gloose. Doch eine frohe Botschaft konnte die Lüssowerin zwei Tage vor der Bescherung dennoch schon mal vernehmen: Sie wird in Lüssow eine Wohnung bekommen.

Seit 40 Jahren wohnt die ehemalige Bahn-Angestellte am Lüssower Bahnhof. Längst hat die Bahn das Wohnhaus abgeschrieben, auch weil alle anderen Mieter ausgezogen sind. Auch für Frau Gloose waren die Tage in dem alten Ziegelbau gezählt. Doch dann gingen sie schneller zu Ende, als gedacht, weil Strom (und damit auch Heizung) ausfielen. Seither, seit Mitte November, ist die Rentnerin bei Bekannten in Lüssow untergekommen (SVZ berichtete).

Nachdem sie Angebote der Bahn in Güstrow nicht annehmen wollte oder konnte – sie wolle lieber in Lüssow bleiben und sich auch nicht von ihrem Hund trennen – blieb nur die Gemeinde.

Sozialamtsleiter Harald Teichmann von der Amtsverwaltung Güstrow-Land habe dann die Initiative er- und vermittelnd eingegriffen, schildert Frau Gloose den Fortgang der Sache. Ergebnis nach Gespräch mit Bürgermeister und Hausverwalter: Sie könne eine leer stehende Parterrewohnung in Lüssow beziehen. Am Montag habe sie die besichtigt.

Doch da tun sich noch einige Probleme auf. „Wir müssen mit dem Eigentümer (die Gemeinde/Red.) erst klären, was der bereit ist, zu investieren“, sagt Ralf Lenz. Grundsätzlich müsse die Wohnung tiefgründig gereinigt werden, bevor wieder jemand einziehen kann. Vor allem aber, meint der Hausverwalter, steht noch die Frage, ob etwa Dusche und Toilette behindertengerecht ausgestattet werden müssten. Dann steht auch noch die Unbekannte im Raum, wie mobil ihr Mann nach schwerer Krankheit aus der Reha kommen wird. Lenz: „Da muss Frau Gloose mit der Pflegekasse noch einiges klären.“ Dieses Jahr, stellt Lenz klar, könne also nichts mehr geregelt werden. „Ich denke aber, wir könnten es im Januar hinkriegen.“

Darauf baut jetzt Gundula Gloose, die froh ist, dass sie im Ort hilfreiche Bekannte hat. Sie möchte schließlich auch niemandem, gerade in diesen Tagen, zur Last fallen. „Da habe ich ein eigenes Zimmer, in das ich mich zurückziehe, wenn der Familienkreis sich zusammenfindet.“ Und die Reha-Klinik, die von dem sonderbaren Fall gelesen hat, konnte den Aufenthalt ihres Mannes um drei Wochen verlängern. Ob das reicht? „Ich kann ihn doch erst nach Hause holen, wenn alles fertig ist“, denkt die 60-Jährige, die selbst schwerbehindert ist. Der Hund, so viel habe sie inzwischen regeln können, kann weiter auf seinem vertrauten Gehöft bleiben.

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