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Haustierpark Lelkendorf : Frischling auf Tierparkchef fixiert

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Das ist ja putzig: Im Haustierpark Lelkendorf spielen Schweine derzeit eine besondere Rolle. Sie leben in einem begehbaren Gehege und begleiten den Chef. Fritzi folgt Jürgen Güntherschulze auf Schritt und Tritt.

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2012 | 10:11 Uhr

Lelkendorf | "Nichts ist mehr wie es war", sagt Dr. Jürgen Güntherschulze. Grund dafür sei ein quirliger und im Tatendrang durch nichts zu bremsender Wildschwein-Frischling, erklärt der Leiter des Haustierparks Lelkendorf. Fritzi, so tauften die Mitarbeiter den acht bis zehn Wochen alten Wirbelwind, ist total auf den Tierparkleiter fixiert und folgt ihm bei seinen Rundgängen und Arbeiten auf Schritt und Tritt überall hin. Damit hat Güntherschulze nun neben dem Parson-Russel-Terrier Scotti einen zweiten "Assistenten".

Völlig furchtlos begleite Fritzi den Tierparkchef in alle Gehege, über die Pferdekoppeln oder die Wasserbüffel-Anlage und selbst bei Führungen. Die vielen Besucherbeine und entzückte "Oh wie süß "- Rufe der Tierparkbesucher würden die Kleine, die im Park abgegeben worden war, weil die führende Bache vermutlich überfahren oder anderswie zu Tode gekommen war, nicht beirren. Sie kenne die Beine des Chefs ganz genau, erzählt Güntherschulze.

"Das Kunststück dieser neuen Dreier-Beziehung besteht nun darin, dass sich alle gleich behandelt fühlen und keine Eifersüchteleien entstehen", berichtet er weiter. Leider, so bedauert er, sei Fritzi so auf ihn und auf Menschen überhaupt fixiert, dass sie Schweine nicht interessieren. Alle Versuche, sie mit etwa gleichaltrigen Ferkeln der Wollschweine oder der sanftmütigen Chinesischen Maskenschweine zusammenzubringen seien bisher fehlgeschlagen.

Apropos Schweine: Seit dem Sommer ist ein Schweinegehege im Park für Tierparkbesucher begehbar. Mitten im Gehege wurde ein Platz für die Besucher eingerichtet. Werde ein Futterkasten bestückt, kommen die Schweine und können in aller Ruhe gestreichelt, geknuddelt und hinter den Ohren gekrault werden, berichtet der Tierparkleiter.

Besondere Aufmerksamkeit brauchten in den vergangenen Wochen auch die Ziegenmädchen Lena und Luna. Sie werden zwar von der sehr mütterlichen Girgentana-Ziege gründlich aufs Leben vorbereitet. Doch die Mutterziege konnte ihnen keine Milch geben. Tierpark-Mitarbeiter zogen die beiden mit der Flasche groß. Zu den Öffnungszeiten des Haustierparkes konnten auch Besucher diese Arbeit übernehmen, was besonders den Kinder viel Spaß machte, berichtet Tierpark-Leiter Güntherschulze. Unter der fürsorglichen Aufsicht der Mutterziege und ohne zu vermenschlichte Verniedlichung könnten die kleinen Girgentana-Ziegen so ganz normal zu wertvollen Herdenmitgliedern heranwachsen.

Bei Erhaltungs-Zuchtprojekten, wie sie der Haustierpark Lelkendorf für viele alte und gefährdete Nutztierrassen mit großem privatem Engagement leistet, ist die Nachzucht von Jungtieren kein Problem . Entscheidend ist es, dass die für die Zuchtprogramme aufwachsenden Jungtiere die gleichen Vitalitätskriterien aufweisen wie ihre Elterntiere. Nur so können auf Dauer die häufig nur noch in kleinen Restpopulationen vorkommenden, genetisch und kulturhistorisch wertvollen Nutztierrassen von Generation zu Generation überleben und ihre vielfältigen Eigenschaften weitergeben, erklärt Jürgen Güntherschulze.

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